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Innenstadt und Marktplatz von Markarth

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Innenstadt und Marktplatz von Markarth

Beitrag von Sheogorath am Mi Nov 30, 2016 9:50 am

So ruppig Reach auf seinen Betrachter auch wirken mag, heißt das nicht das die Innenstadt von Markarth niemanden etwas zu bieten hat. Im Gegenteil. So wild dieses Land auch sein mag, wird man hier Dinge finden die es anderswo nicht gibt. Bretonische Waren zum Beispiel, die wegen Markarths Nähe zu Hochfels hierher importiert werden. Wenn man also sich mit Lebensmitteln ausstatten will, geht man am besten zum Warenladen Arnleif und Söhne der direkt am Marktplatz liegt. Ansonsten kann man genauso gut Fleisch bei Hogni Rot-Arm oder Schmuckstücke bei Kerah einkaufen. Sucht man stattdessen taugliche Waffen, sollte man sich auf der Südseite von Markarth nach der Schmiede von Ghorza gra Bagel umschauen. Die Ork leistet mit ihrem Lehrling Tacitus gute Arbeit. Zudem ist die Nähe zu Wasser zur Erhitzung der Öfen und der Esse ideal.
Aber auch für die Gläubigen der Neun hat die Stadt etwas zu bieten. Wer sich in der Kunst der Gelüste unterweisen lassen will, ist im Tempel der Dibella am besten aufgehoben. Womöglich ist deshalb Markarth die einzige Stadt von Himmelsrand die keine einzige Prostituierte hat. Oder man geht zum Tempel von Talos. Außerdem thront über  der ganzen Stadt der Turm der Stadtwache. Hier hat die Wache von Reach samt des Heermeisters ihren Hauptsitz.  Personen deren Geldbeutel etwas größer ist oder die schnell bares brauchen, sollten dagegen die Schatzkammer von Reach aufsuchen. Das ehemals der Silber-Blut Familie gehörende Geldhaus, gehört zu den mächtigsten Institutionen des Jarltums. So wehe dem der seine Schulden nicht zurückzahlen kann.
Ansonsten gibt für die Armen und Schwachen noch die Wohnkaserne, die allerdings von reicheren Bürgern gemieden wird.

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Re: Innenstadt und Marktplatz von Markarth

Beitrag von Hal Windspalter am Sa Nov 11, 2017 9:30 am

cf: Hexenheilerei

Fredas, 13. Abenddämmerung
8:00 Uhr morgens

Egal wie das ganze gleich ausgehen würde. Hal würde den Anblick der sich ihm bot niemals vergessen. Ganz Markarth hatte sich in der Stadt versammelt. Bauern- und Minenarbeiter standen in einer sehr großen Ansammlung vor der Cidnah Mine. Händler und Gastwirte auf dem Marktplatz der Stadt. Die Reikmannen standen auf der linken Stadthälfte nahe Ghorzas und Tacitus Schmiede mit grimmigen Gesichtern. Adelige mümmelten sich dagegen in ihre Roben, gleich unter den Felsenbögen beim Eingang nach Unterstein. Die Stadtwache um Bjefur betrachtete das Spektakel von der Rückseite des hohen Felsens aus, auf welchem auch ihr Turm stand. Die Bürger von Karthwasten die rechts von ihm auf der Straße nahe des Verlassenen Hauses standen. Und schließlich Soldaten der Widder, Ork und Kaiserlichen, die man wegen des Platzmangels auf das Feld vor Stadt postiert hatte. Über letzteres war er nicht besonders glücklich, da er befürchtete es könnte zu Provokationen kommen. Deshalb standen auch die Widder und nicht die Orks hin zu den Kaiserlichen. Abstand wurde gewahrt. Und die Kommandeure der Rebellen hielten mit Argusaugen ihre Reihen im Blick. Mit dem Ziel sofort einzuschreiten, sollte es zu Reibereien kommen die den Ablauf des Jarlthings stören konnten. Hier ging es um alles. Auf keinen Fall durfte den Widder der Ruf anlasten die Regeln gebrochen zu haben.
Bei jeder Gruppe stand je eine Priesterin der Dibella. Die einzige Gruppe die ihre Stimme nicht abgeben durfte. Bei der Priesterin standen die von beiden Parteien nominierten Wächter. Die allerdings nur bei unsicheren Wahlparteien wie den Reikmannen oder den Bauern und Minenarbeitern zum Einsatz kamen. Igmunds Seite verzichtete natürlich auf Wächter bei den Widdern.

Und was war mit jenen Hauptprotagonisten auf die es ankam? Hal stand mit Mutter Hamal vom Dibellatempel und Igmund auf den Stufen die zum Eingang von Unterstein führten. Die Priesterinnen würden mit Illusionsmagie die beiden Reden in alle anderen Teile der Stadt transferieren, sodass man sie auch dort hören konnte.

Aber was war mit Hal selbst. Er wusste es nicht. Er fühlte sich ausdruckslos. Nicht das es ihm egal war was gleich geschah, aber er war auch nicht furchtbar aufgeregt. Er nahm es einfach hin.

"Bürgerinnen und Bürger von Markarth" begann Mutter Hamal laut zu reden. Durch den Transfer-Zauber schien man von hier ihre Rede in Echos doppelt zu hören. "Zur Abgabe eurer Stimme wurde allen Teilnehmern einer Wahlpartei eine Reihe von Stöcken mit einfachen Eisenschildern gegeben. Wenn ihr mich alle hören könnt, dann schlagt zur Probe alle mal mit den Stöcken auf die Schilder. Sollte man mich nicht hören, bitte ich die jeweilige Priesterin mit den Wächtern zu kommen und mir Bericht zu erstatten."
Plötzlich ging ein Scheppern und ein Beben durch Markarth. Von überall her begannen die Wahlparteien auf ihre Schilder zu hauen. Bis der Lärm schließlich nach und nach verebbte. Mutter Hamal wartete noch einige Minuten, bevor sie schließlich wieder anhob.
"Dann scheint der Zauber also zu funktionieren, gut." Sie sammelte sich einen Moment ehe sie weitersprach.
"Bürgerinnen und Bürger von Markarth, Volk von Reach!....Wir haben uns hier heute versammelt, um einen feierlichen und heiligen Akt zu begehen, der in unserem Jarltum seit Jahrhunderten nicht mehr begangen wurde." Sie blickte nun ernst abwechselnd zu Hal und Igmund neben sich. "Nämlich in der Wahl unseres Jarl." Stille. Kein Schlagen der Schilder war zu vernehmen. Alles lauschte der obersten Priesterin. "Die Umstände dieses Jarlthings sind nicht einfach." fuhr Mutter Hamal fort. "Es wurde notwendig weil ansonsten Blutvergießen, von dem diese Stadt ach was dieses Land schon genug gesehen hat, die einzige Alternative bliebe. Deshalb..." Erneut warf sie einen strengen Blick auf Hal und Igmund zu. "...haben der derzeitige Amtsinhaber Jarl Igmund und sein Herausforderer Hal Windspalter um des Friedens willen beschlossen jenes Jarlthing abzuhalten. Der Sieger dieses Jarlthings wird als neuer Jarl von Reach den Thron der Trauer besteigen. Der Verlierer wer es auch immer sein mag, verpflichtet sich im Anschluss an die Krönung des neuen Jarls Reach für immer zu verlassen. Und niemals wiederzukehren." schloss sie und blickte mit trüben Augen in die Stadt. "Deshalb warne ich alle Anwesenden." sagte sie mit scharfer Stimme schnell daraufhin, und schreckte so manchen Teilnehmer hoch. "Täuschungsversuche oder Betrug werden als Bruch des zwischen Parteien ausgehandelten Abkommens verstanden, und gelten als Wiederaufnahme des Krieges. Im Interesse aller anwesenden Bürger bitte ich die beiden Kandidaten das Recht und die Göttlichen zu achten." Sie machte eine Pause ehe sie weitersprach. "Wie ich bereits sagte, bekamen alle Vertreter einer Wahlpartei zur Abgabe ihrer Stimmen Stöcke und Schilde. Die Wahl läuft folgenderweise ab: Die beiden Kandidaten werden nun hintereinander ihre Rede halten. Jede Wahlpartei ist aufgefordert die Rede die ihnen als die beste deucht mit dem Schlagen der Schilder zu quittieren. Meine Schülerinnen werden beobachten welcher Kandidat von welcher Gruppe die meißte Unterstützung bekam. Wenn beide geendet haben, werden alle Priesterinnen samt der Wächter hierherkommen." Sie wies auf das seltsame große hölzerne Kreuz, dass man hinter ihr, Hal und Igmund aufgerichtet hatte. Zu jeder Seite lagen Körbe mit zahlreichen gehörnten Schädel erlegter Widder. "Jede Wahlpartei hat eine Stimme. Pro Stimme wird für jeden Kandidaten der Schädel eines Widders auf seiner Seite des Kreuzes aufgehängt. Wer die meißten Stimmen auf sich versammelt, ist als Jarl gewählt. Dies ist bei dieser Vorrichtung spätestens dann der Fall, wenn ein Widderschädel auf der gegnerischen Seite des jenseits des Hauptbalkens aufgehängt wird. Die Priesterinnen werden bekanntgeben welche Gruppe für den jeweiligen Kandidaten gestimmt hat. Die Wächter werden die Kundgabe der Priesterin über die jeweilige Abgabe der Stimme bestätigen oder anfechten. Haben alle das verstanden?" Wieder erfolgte ein sehr lautes Schildschlagen durch die Stadt. "Gut. Ich werde jetzt noch eine letzte Prüfung hinsichtlich der Wahlparteien und deren Anwesenheit vornehmen. Dabei rufe ich jede einzelne wahlberechtigte Gruppe auf, die mir mit dem Schlagen der Schilder antworten wird. Die Wahlgruppe der Widder?"
Vom anderen Ende der Stadt erfolgte ein leises aber doch deutlich vernehmbares Scheppern. Nacheinander nannte Mutter Hamas auch die Reikmannen, Bürger von Karthwasten, Bauern und Minenarbeiter, Händler und Gastwirte, Stadtwache von Markarth, die Orks, die Adeligen und die Kaiserlichen, sodass ihr jedesmal ein Schildschlagen von einem anderen Teil der Stadt antwortete.
"Gut." brummte Mutter Hamal. "Dann erkläre ich hiermit den Beginn des Jarlthings. Gemäß der alten Tradition beginnt der Amtsinhaber. Jarl Igmund hat das Wort. Möge der Bessere zum Wohle von Reach gewinnen." Und als Igmund vortrat, hielt ganz Markarth einschließlich Hal den Atem an. Der Tag der Entscheidung. Jenen Moment den Hal so lange herbeigesehnt hatte. Er war endlich gekommen!

_________________
"Wir nehmen unser Schicksal selbst in die Hand, und wir werden nicht aufgeben bis das Volk von Reach auch selbst Reach regiert."

Hal Windspalter bei  der Karthspitze
im Jahre 4Ä 201 
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Re: Innenstadt und Marktplatz von Markarth

Beitrag von Appianus Novem am So Nov 12, 2017 10:05 pm

cf: Hexenheilerei

Fredas, 13. Abenddämmerung
8:00 Uhr morgens

Es war sehr voll, wenn auch fürs Erste nicht allzu laut. Die laute Stimme der Hohepriesterin der Dibella schallte über die Stadt, wurde von den steinernen Klippen auf den harten Boden zurückgeschleudert und hallte so mehrfach durch die engen Gassen. Unter der Rede der Priesterin, die alles übertönte, summten die Straßen wie ein Hexenkessel - Gespräche, ob kleine oder große, ob ruhig und zivilisiert oder aufrüherisch und aggressiv, vermischten sich in dem felsigen Topf der Stadt aus Stein zu einem monotonen Klappern. Nervosität pulsierte durch die Straßen. Geschäftig liefen Wachen, Priesterinnen und andere Mitarbeiter umher, teilweise gehetzt. Die Stadt hatte zahlreiche Einwohner.
Novem hatte das nicht wahrgenommen, als er das erste Mal hier gewesen war. Die Stadt hatte sich geändert. Die Leichen waren aus den Straßen verschwunden, viele der Risse und Stürze in den Mauern repariert, kein Blut bedeckte mehr den Boden. Der süßliche Geruch verwesenden Fleischs war ersetzt durch den drückenden Dampf und die Schwüle hunderter Menschen, die ihre Häuser verlassen hatten.
Es war anstrengend. Novem blieb alle paar Meter stehen und hielt sich kurz an irgendeinem Stein fest - derer gab es ja genug in Markarth - und verschnaufte. Sein Knie schmerzte mehr, als er es erwartet hätte. Jede kleine Belastung reichte, um es zu einem lauten, fauchenden Aufschrei zu bringen. Eine kleine Holzkrücke, die Novem in die Hand gedrückt worden war, verschaffte nur kleine Abhilfe. Die Zeit war zu wenig gewesen. Sein Kopf dröhnte noch, sein Knie schmerzte, seine Gedanken tosten. Doch er war gewillt, seine Schuld abzuarbeiten. Er konnte jetzt seinen Teil leisten - freier sein. Mit gerechten Mitteln. Es würde funktionieren.
Er hatte es am Tag zuvor nicht gesagt bekommen und auch nicht wirklich darauf achten gekonnt. Er hatte keine Ahnung, wohin er sollte. Natürlich wusste er noch, dass er Acht geben sollte - dass die ganze Sache gerecht zuging. Aber bei wem? Er hielt sich an das Mütterchen Bothela, die etwa in seinem Alter war und sich als selbstbewusste Dame von hoher Durchsetzungskraft erwiesen hatte - so eine hohe Kraft etwa, dass sie ihm einen Trank hatte aufzwingen können, obwohl er eigentlich keinen gewollt hatte. Novem war nicht sicher, wie er sich ohne das ekelhafte Zeug gefühlt hätte - hätte er überhaupt laufen gekonnt? Ob der Trank für solche Zwecke ursprünglich gedacht gewesen war, wussten die Götter. Nebenwirkungen hatte er sicherlich.
Ein kurzer Schwindel überkam ihn, dann stand er vor einer Gruppe von Menschen. Wo war Bothela hin? War er hier richtig? Der Schwindel wurde stärker, kurz dachte er, sich übergeben zu müssen. Die Krücke fiel ihm zu Boden, mit lautem Klappern, gerade jetzt, wo das Summen der Menschen verschwunden war. Der Priesterin hörte er nicht zu. Wo war seine Krücke? Zappelnd wankte er zur Seite, sein Knie knickte weg, und er bekam gerade noch einen Balken zu fassen, um sich abzufangen. Wenigstens brach er sich nichts, er hielt sich fest. Er fasste Atem. Tief und langsam, sagte er sich. Tief und langsam.
Dann brach die Hölle los, urplötzlich toste und schepperte es von überall her. Scheppern und Klacken, so mancher Ruf, Chaos von überall wurde in den Klippen von Markarth umher geworfen und vielfach verstärkt. Es dröhnte, Novems Sicht wurde undeutlich. Sein Knie schien das Geheul zu spürten. Er brach weg und lag auf dem Boden.
Es dauerte nur wenige Sekunden. Jemand fasste ihn an die Schulter, er öffnete die Augen, blinzelte einige Male, rieb sich den Kopf - es würde eine Beule geben. Ihm wurde unter die Schultern gefasst, er wurde aufgerichtet, jemand drückte ihm die Krücke unter den Arm. Noch einmal blinzelte er. Die Person, die vor ihm stand und half, trug eine farbige Robe, wie sie sich ein Bauer niemals hätte leisten können. Er erkannte sie in demselben Moment, in dem sie ihn erkannte - es war die Dibellapriesterin Senna, mit der er sich gestritten hatte.
Sie musste Novem noch einmal unter die Arme greifen, sonst wäre er schon wieder umgefallen.
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Re: Innenstadt und Marktplatz von Markarth

Beitrag von NPC am Di Nov 14, 2017 9:47 am

Fredas, 13. Abenddämmerung
8:15 Uhr morgens

Es war still als der Jarl von Reach vortrat und über Markarth blickte.
Das alles sollte so nicht sein. Es war nicht richtig. Wie kam er dazu, dass er plötzlich vor seinem ganzen Volk stand und sein Schicksal in dessen Hände legen musste. Er warf einen Seitenblick auf Hal Windspalter. Um seinen Thron am Ende an ihn zu verlieren? Es war schwierig für Igmund. Das was es schon immer gewesen. Er hatte den Thron von einem lausigen Vater vererbt bekommen. Da er der einzige Sohn war, blieb ihm auch nichts anderes übrig. Doch seit er den Thron der Trauer bestiegen hatte, kamen ihn nur Hindernisse in den Weg. Die Schulden und dadurch die Erpressbarkeit durch die Silberblut, die Abgeschworenen, sein Onkel, ineffiziente Verwaltung die durch Reachs ehemals zerrüttete Lage mehr schlecht als recht funktionierte, der Unmut im Volk über die Vergangenheit, die Thalmor und zu guter Letzt die Widder. Selbst Igmund konnte nicht von sich sagen, dass er als Jarl eine glückliche Hand hatte. Immer stellte sich jemand ihm in den Weg. Heute war es Hal Windspalter. Warum also ein abermal sich gegen den Widerstand zur Wehr setzen? Weil er es musste. Igmund blickte zur Seite wo in einiger Entfernung sein alter Onkel Raerek stand. Dessen Augen ruhten erwartungsvoll auf seinem Neffen. Natürlich kannte er diesen Blick. Seine Familie führte Reach seit Generationen. Er konnte nicht einfach aufhören. Er musste weitermachen. Deshalb fing er schließlich an:
"Volk von Reach" rief Igmund.
Seine Stimme hallte in beiden Schluchten innerhalb der Stadt wieder.
"Seid Generationen haben meine Vorfahren dieses Land regiert, ihm den Frieden gebracht und erhalten." Die Vergangenheit war so lange her. Reach war damals ein anderes Land gewesen. Friedlicher und schöner. Seine Vorfahren hatten zu den mächtigsten Akteuren in Himmelsrand gehört.
"Angefangen von Hrolfmund dem Friedfertigen der mit Jarl Nela der Weisen von Weißlauf Frieden schloss und den Krieg von Horn und Schweif beendete." sprach Igmund weiter, und merkte mehr und mehr wie er langsam an Fahrt gewann.
"Ighelm der Strenge welcher Reach zu einem der einflussreichsten Fürstentümer machte. Und schließlich mein Großvater Igmar, der uns eine lange anhaltende wirtschaftliche Blüte ermöglichte." Grau waren die Erinnerungen an seinen Großvater. Doch noch erinnerte er sich. Jarl Igmar war der letzte gute Jarl gewesen den Reach hatte. Igmund blickte in die Menge und machte eine bedeutende Pause ehe er weitersprach.
"Ich habe 25 Jahre lang Reach in Frieden regiert! Es war nicht immer einfach. Schon garnicht mit den Abgeschworenen. Zeitweise haben sie uns das Leben erschwert, doch blieb es zumindest innerhalb Markarths und Karthwasten ruhig." Mit diesen Worten konnte er keine Unterstützung bei den Reikmannen gewinnen. Und er bereute das er Karthwasten erwähnt hatte, da letzteres nicht stimmte. Er sah wie sich ein Schatten über den Blick von ihrem Dorfvorsteher Ainethach legte, als dieser seinem Jarl im Gefolge mit dem ganzen Dorf zuhörte. Sei es drum. Er brauchte die Stimmen der Händler, Bauern und Adeligen die die Zeit unter den Abgeschworenen in besonders schlechter Erinnerung hatten. Er deutete anklagend auf Hal. "Bis Hal Windspalter samt Thongvor Silberblut der glücklicherweise getötet wurde, unsere Ordnung bedrohten und beseitigen wollten. Den Krieg hat Reach allein Ihnen zu verdanken. All jenen die nach Macht streben um dieses Land ihren eigenen egoistischen Interessen zu unterwerfen." Sein Blick auf Hal verkleinerte sich hasserfüllt.
"Leugnet ihr das, Windspalter?" fragte er laut in die Menge hinein. Windspalter schüttelte den Kopf. Die ganze Zeit hatte er ausdruckslos mit verschränkten Armen dort gestanden. Wie eine Säule. Woher diese Ruhe? Sie gefiel dem Jarl von Reach nicht. Warum war sein Gegner nicht elektrisiert wie er? "Ich werde mich dazu gleich äußern, sofern ihr mit eurer Rede fertig seid, Jarl Igmund." sagte sein Herausforderer trocken und verzog eine spöttische Miene. Vereinzelte Lacher und empörte Rufe kamen in Teilen der Bevölkerung auf. Igmund kniff die Augen zusammen. "Ihr habt dem Volk von Reach nichts anzubieten." hielt er laut dagegen und strafte Hal Windspalter mit Blicken der Verachtung ehe er sich wieder seinem Volk zuwendete. "Da hört ihr es. Er ist nicht einmal in der Lage sich zu verteidigen. Auf eine einfache Frage kann er nur wie er es immer macht in einem Wasserfall antworten." Nun waren die Lacher wirklich auf Igmunds Seite. Und zufrieden sah der Jarl wie sich ein Hauch von Ärger hinter dem ausdruckslosen Gesicht Windspalters verbarg."Deshalb Bürger von Reach rufe ich euch bei den Göttlichen an. Ich habe Fehler gemacht in den letzten Jahren ja. Aber das Regieren ist ein schweres Geschäft. Hal Windspalter tritt vor euch auf und meint das die Dinge einfacher für den Jarl zu bewerkstelligen wären als sie es sind. Aber das sind sie nicht! Ich muss als Jarl die Interessen aller berücksichtigen. Und ich muss die Stabilität unseres Landes erhalten, sodass wir alle hier gut leben können. Und ich muss unsere Interessen nach außen vertreten. Das Kaiserreich ist der Garant für Frieden und Wohlstand in diesem Land. Ohne das Kaiserreich wäre all das was wir nach dem Markarth-Vorfall mühselig wieder aufgebaut haben verloren! Wir wären in Himmelsrand und Tamriel vollkommen isoliert." Erneut deutete anklagend auf Hal Windspalter. "Dieses Schicksal steht uns bevor, wenn ein Mann wie er unser Jarl wäre. Er würde all unsere guten Beziehungen nach Außen aufs Spiel setzen. Wer glaubt ihr handelt noch mit uns wenn der Jarl ein Mann ist der das Kaiserreich seiner gottgewollten Ordnung beraubt und es terrorisiert. Ich sage es euch..." Igmund machte eine bedeutende Pause:
"Leute wie er und Ulfric Sturmmantel sind die Saat für das Chaos das nur Unruhe und Verderben in unser aller Leben bringt. Sturmmantel und er scheren sich mehr um die Macht die ihnen die Herrschaft verleiht als dass Volk das sie regieren wollen. Macht ihn zum Jarl und das Reich wird bluten. Wir können Reach nur zusammen wieder in eine Blüte führen, wenn wir aufhören uns in kleine Gruppen zu spalten die alle ihre Interessen vor den Interessen des ganzen Jarltums vorschieben. Hal Windspalter ist der Anführer einer solchen kleinen Gruppe. Er mag für die Widder sprechen. Aber nicht für ganz Reach. Seid euch dessen bewusst wenn ihr heute wählt. Wenn ihr das was wir jetzt haben erhalten und nicht wie er spalten wollt, dann bitte ich euch hier und jetzt mir weiterhin euer Vertrauen zu schenken und mich als euren Jarl zu bestätigen. Danke." sagte Igmund und neigte mit zugekniffenen Augen leicht den Kopf, während vor ihm plötzlich ein ohrenbetäubender Lärm von allen Teilen der Stadt erschall. Das Ergebnis klang vielversprechend. Doch dem Jarl wurde schmerzlich bewusst das einige nicht klatschten. Er wischte diesen Gedanken beiseite. Er konnte nach dieser Rede garnicht mehr verlieren. Nicht gegen Hal Windspalter!
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Re: Innenstadt und Marktplatz von Markarth

Beitrag von Appianus Novem am Sa Nov 18, 2017 8:44 pm

Fredas, 13. Abenddämmerung
8:15 Uhr morgens

Der Kessel kochte hoch, das Scheppern und Dröhnen der Straßen schwappte einmal mehr gegen die Wände der Stadt aus Stein. Aus allen Richtungen fuhr der Lärm auf den Alten herab, der nicht richtig hatte zuhören können - Schwindel hatte ihn ergriffen, er lehnte sich zurück an einen der Felsen, drückte seine Krücke gegen den Boden.
Er stand im Auge des Sturms. Die Leute vor ihm, er erkannte es an ihren Gesichtszügen und ihrer Kleidung, mussten Reikmannen sein. Sie schwiegen. Während der Krach so vieler anderer aus allen Ecken der Stadt schallte, an den Wänden entlang fuhr und auf sie hernieder stürzte, schwiegen sie mit verschlossenen Mienen. Senna stand nur wenige Schritte von ihm entfernt, nahm die Menge an Leuten in Augenschein, dann nickte sie, schien sich im Kopf Notizen zu machen. Irgendwo neben ihr stand noch ein Mann, in einer kaiserlichen Uniform, mit einer noch verschlosseneren Miene als die Reikmannen vor ihm.
Novem fasste sich an den Kopf, stieß sich vom Felsen ab, schwankte kurz, stand dann. Er musste Acht geben! Er hatte die Rede Igmunds sehr wohl gehört, doch erst jetzt drang die Bedeutung der Worte ans Tageslicht. Er musste sich fassen. Wie er wusste, würde Hal jetzt drankommen.
Der Kessel aus Stein kam zur Ruhe, seine Kopfschmerzen legten sich, und voller Erwartung richtete er sich auf, den Blick in Richtung der Festung gewandt.
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Re: Innenstadt und Marktplatz von Markarth

Beitrag von NPC am So Nov 19, 2017 6:33 pm

Fredas, 13. Abenddämmerung
8:15 Uhr morgens

cf: Lager der Widder/Hexenheilerei

Hroki musste sich an die Stirn fassen. Sie fühlte sich nicht besonders. Nicht das sie Angst über ihr körperliches Wohlbefinden hatte, das sie durch die anhaltende Übelkeit seit kurzem plagte. Es waren auch nicht die vielen Menschen unter der Wahlgruppe der Händler und Gastwirte auf dem Marktplatz die sie als Wächterin der Widder zu beobachten hatte. Nein. Es war die Angst vor der drohenden Niederlage. Igmund hatte sich besser geschlagen als sie alle dachten. Sie glaubte an Hal, doch er würde sich sehr anstrengen müssen um Igmunds Rede zu übertrumpfen. Gerade als der amtierende Jarl von Reach geendet hatte, betrachtete Hroki die Gruppe ihrem Unwohlsein zum Trotz sehr aufmerksam. Neben den ganzen Händlern die sich aus angesehen Bürgern Markarths wie dem arroganten Endon, der ganz vorne stand zusammensetzen, entdeckte sie auch fahrende Kaufleute und Jäger, die man aufgrund ihres Geschäfts als Kürschner und Fleischlieferanten den Kaufleute zurechnete, obgleich diese kaum Gewinn machten. Unter den Händlerinnen sah sie ihre Freundin Lisbet. Und unter den Gastwirten schließlich ihre Mutter, die Hrokis Blick geradezu auswich. Und natürlich Hals Schwägerin Eydis von Alt-Hroldan. Selbst-verständlich gab es in Reach auch Schenken in den Minen deren betreffende Individuen ebenfalls anwesend waren. Als Igmund schließlich endete sah Hroki mit verdrossener Miene zu, wie Endon da vorne frenetisch mit seinem Knüppel auf das Schild hämmerte. Die anderen Händler taten es mehr oder weniger auch. Doch Hroki fiel auf das einige unter ihnen darunter Lisbet und plötzlich auch die Gastwirte,ihre Mutter Frabbi mit eingeschlossen, es sehr halbherzig, unauffällig und leise taten. Der Krach kam hauptsächlich von einer kleinen Minderheit um Endon. Was hatte das zu bedeuten?
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Re: Innenstadt und Marktplatz von Markarth

Beitrag von Hal Windspalter am Mi Nov 22, 2017 2:13 pm

Fredas, 13. Abenddämmerung
8:30 Uhr morgens

Das Scheppern war laut. Hal blickte sich mit verkniffenen Lippen um. Ja es war nicht zu überhören. Es kam von allen Seiten. Der Anführer der Widder musste es so unangenehm die Wahrheit war, sich eingestehen, dass sein Gegner eine beachtliche Rede gehalten hatte. Hal schloss für einen Moment die Augen und sammelte sich.

„Spann den Bogen an, Hal.“ sagte seine Mutter zu ihm, als der Junge mit ihr hinter einem Felsen einem grasenden Damwild zuschaute. Die gleichen meerblauen Augen der Skaal aus Solstheim in einem von nachtschwarzen Haaren umwobenen, ovalen Gesicht, blickten aufmerksam zu ihrem Sohn als dieser den Pfeil auf die Sehne legte und nach hinten zog.„Den Ellenbogen weiter nach hinten.“ wisperte Ina Nachtherz, und blickte zum Reh. Sie war eine wunderschöne Frau. Doch tiefe Furchen in ihrem Gesicht verraten das sie von Sorge und von Müdigkeit geprägt war. Der Junge gehorchte und zog den Arm nach hinten. „Neige den Kopf mehr an die Sehne. Der Pfeil ist ein verlängerter Blick deines Auges. Er schießt dorthin wohin du siehst. Sofern du es richtig tust.“ mahnte seine Mutter. Der Junge hörte nur mit halben Ohr zu. Sein rechtes Auge war zugekniffen, während er mit dem Linken sein Ziel anvisierte und die Anspannung erhöhte. Er zielte auf den Nacken. Dort wo die meißten Nerven des Tieres verliefen. Ein gerader Schuss und das Reh war tot. Der Pfeil flog. Er flog auch in die Richtung in die er geblickt hatte. Aber er flog knapp am Reh dessen Fell er nur streifte vorbei. Mit einem Satz floh das Tier, und liess Mutter und Sohn zurück. Wütend warf der Junge seinen Bogen ins Gras.
Um entgeistert zu seiner Mutter hoch zu sehen. Sie klatschte. „Ich hätte beinahe getroffen.“ sagte er und missbilligte ihren Spott. „Knapp daneben ist auch vorbei.“ sagte sie lächelnd. „Aber du lernst. Es ist nie zu spät Hal.“

„Diesmal schon.“ dachte er Jahre später in Markarth, als das Volk von Reach über seine und Igmunds Zukunft abstimmte. Das Scheppern und Klatschen verstarb langsam. Doch irgendjemand klatschte immer noch. Und dann blickten alle entgeistert auf den Anführer der Widder. Selbst Igmund. Dieser stand dem amtierenden Jarl von Reach zugewandt, und klatschte in langsamen und gemächlichen Stößen in seine Hände. Bis auch der dümmste unter den Anwesenden begriff das es Spott war. Im Publikum kamen Lacher hoch. „Was soll das Windspalter?“ fragte Igmund erbost, dem die Zornesröte ins Gesicht stieg.

„Ohh.“ sagte Hal trocken aber laut und deutlich, sodass es jeder hören konnte.
„Ich beglückwünsche euch nur zu eurer Einsicht das ihr als Jarl den Interessen aller Bewohner berücksichtigen wollt. Bisher habe ich nämlich genau das bei euch vermisst, Igmund.“ Er sprach weiterhin unaufgeregt. In Markarth war es nun ganz still geworden. Alles lauschte seinen Worten. „Oder soll ich begrüßen das ihr einseht das kleine Gruppen unser Land spalten? Letzteres übrigens seit 25 Jahren….“
Er drehte sich vor dem Volk von Reach um. „Denn genau deshalb sind wir doch hier. Ist es nicht so?“ Er machte eine bedeutende Pause. Jetzt musste er vorsichtig sein. Bloss kein Wasserfall. „Wir sind hier weil seit 25 Jahren immer eine Gruppe meint ihren Glauben uns aufzwingen zu müssen.“ Er lief ein paar Schritte von Igmund weg, und legte die Hände an seinen Gürtel an die Hüften. „Zuerst redete uns Ulfric Sturmmantel ein das einige von uns es nicht wert seien in Reach zu leben, weil sie keine Nord seien. Oder weil sie als Nord ihn nicht unterstützten. Wir alle haben deswegen Menschen die uns lieb und teuer waren verloren, weil eine kleine Gruppe angeführt von einem Mann aus Ostmarsch uns spalteten in Nordverwandte, Vaterlandsverräter und Fremde. Wer frage ich euch lud diesen Mann nach Reach ein, wenn es nicht das Volk war?“ Wieder pausierte er, und bekam von irgendwoher die Antwort zugerufen auf die er gewartet hatte. „Jarl Hrolfdir.“ „Danke.“ sagte Hal und blickte sich erwartungsvoll zu Igmund um. „Ja. Das Volk hat den Markarth-Vorfall nicht vergessen. Es war euer Vater der unser Land als erstes spaltete.“ Wieder drehte Hal sich um. „Soviel zu Igmunds glorreichen Vorgängern.“ Zustimmende Buhrufe gaben ihm vereinzelt Recht.

„Ihr wisst genau warum das Eingreifen Sturmmantels erforderlich war.“ schrie Igmund dazwischen und schien wie eine Tomate rot anzulaufen. „Oder wollt ihr die zwei Jahre die Reach unter den Abgeschworenen erleiden musste unterschlagen?“
„Jene zwei Jahre die wir erlitten weil euer Vater sich weigerte die Rechte der Reikmannen zu stärken?“ fragte Hal. „Mit diesem Starrsinn wurde nichts erreicht außer die Radikalen mit dieser Haltung an den Rändern unserer beiden Völker zu stärken Igmund.“ widersprach Hal ruhig. „Aber gut. Ich habe soeben eure These von dem angeblich aufkommenden Chaos durch mich widerlegt. Es war schon vorher da. Ihr habt es in all dieser Zeit nur ausgesessen.“

Er drehte sich zu den Bewohnern Markarths um. „Ich bin hier um euch eine Alternative von dem anzubieten anzubieten, was ihr über zwei Generationen inkomepenter Jarl erdulden musstet.“ Er blickte lange in die einzelnen Gesichter der Menschen. „ Eine korrupte Adelsfamilie die ganz Reach aufkaufen und seine Bewohner erpressen wollte, eine ausländische Regierung von Elfen die meint uns unter Androhung von Folter und Tod vorschreiben zu müssen welche Götter wir anzubeten haben und welche nicht, ein Jarl aus Ostmarsch der uns sagt wen wir Freund und wen wir Feind nennen dürfen….“ Er verschränkte die Arme und schwieg.

„Ich frage euch. Sind wir soweit gekommen das wir nicht willens sind unsere eigenen Entscheidungen zu treffen?“ Er deutete auf Igmund.
„Dieser Mann dort verspricht euch Stabilität.“ Hal ging langsam auf Igmund zu.
„Dabei ist er nichts als ein Vakuum das andere ausnutzen und für ihre Zwecke missbrauchen. Und wie ruhig es innerhalb dieses Vakuums in Markarth und Karthwasten nach euren eigenen Worten war Igmund, haben wir zur genüge in den vergangenen Monaten gesehen.“

Wieder blickte er durch die Reihen. Seine Stimme und sein Blick waren ruhig.

„Ich bin kein Vakuum. Ich fülle es nur aus. Begonnen haben die Widder und ich damit indem wir allen Radikalen die Anspruch erheben dieses Land zu besetzen in ihre Schranken verwiesen haben.“ Er hob seine Arme. „Seitdem sind eure Straßen wieder passierbar. Der Handel kann wieder florieren.“ Er blickte zu Igmund. „Auch das widerlegt eure These von der angeblichen Isolation. „

„Als ob das Kaiserreich mit euch Handel treiben würde.“ sagte Igmund und lächelte spöttisch, als dieser sich etwas beruhigt hatte.

„Ich bin gespannt wo die anderen Jarltümer sonst ihr Erz herbekommen.“ sagte Hal und lächelte. Doch er wusste dass das Erz nicht über die Isolation vom Kaiserreich hinwegtäuschen konnte. Das war sicher ein Punkt der die Händler, Adeligen und Soldaten der Stadtwache um Bjefur nicht wirklich überzeugen konnte. Dennoch kamen mehr Lacher im Volk auf. Hal wollte die Stimmung nutzen um zum Ende zu kommen.

„Igmund ihr habt keine Versprechen gemacht.“ sagte er, ohne den Jarl anzusehen. „Daraus schliesse ich das ihr die Dinge beim Alten belassen wollt. Meine erste Amtsmaßnahme wird es sein das Verbot der Anbetung von Talos aufzuheben. Zu lange wurden wir Nord in unserer Kultur eingeschränkt. Weiterhin verspreche ich Erneuerung durch Wiederaufbau. Die Wunden die die Silberblut geschlagen haben, werden lange brauchen um zu verheilen. Wir werden die Knebelverträge ihres Geldhauses auflösen. Den Menschen ihre Freiheit und Würde wiedergeben. Und das Jarltum wieder zum Wächter der Wirtschaft machen und nicht umgekehrt, indem wir das Geldhaus der Silberblut unter unsere Aufsicht stellen."Auch das war ein schwacher Punkt den er schnell bereute. Er hatte nicht erwähnt wie er das Jarltum zum Wächter machen wollte. Für letzteres war Geld vonnöten. Viel Geld. Hätte er seine Pläne ausgesprochen, hätte er die Händler mit verschreckt. Die Angst haben könnten ihrem Vermögen stünde das gleiche Schicksal wie das einer einst mächtigsten Adelsfamilie in Reach bevor. Wer denken konnte würde diesen Widerspruch bemerken befürchtete Hal, der sich über seine Dummheit ärgerte.
"Die Minen werden ihren rechtmäßigen Besitzern zurückgegeben werden. Die Orks und die Reikmannen werden Autonomierechte erhalten. Insbesondere Dushnik Yal und Mor Khazgur werde ich einen unauflösbaren Bestandsschutz als Stämme zusichern, der solange sie unserem Jarltum treu ergeben sind bis zum Ende aller Tage Bestand haben wird. Mit den Reikmannen strebe ich ähnliches an. Solange Frieden herrscht, soll jede Kultur in Reach blühen und gedeihen wie es ihr gefällt. Deshalb wird es eine Benachteiligung von anderen Rassen als billige Arbeitskräfte  mit mir auch nicht mehr geben. Ehrlicher Lohn für ehrliche Arbeit!"
Nun hatte er auch die Wahlgruppen aus Karthwasten und gegebenenfalls Bauern und Minenarbeiter mit diesem Argument befriedigt. Er hoffte das er auch die Reikmannen damit überzeugen konnte. Die Stimmen der Orks hatte er sicher. Um zum Ende zu kommen, sprach er zu guter Letzt das Volk als Ganzes an um ein Gemeinschaftsgefühl zu erzeugen.

„Dieses Land gehört keiner einzelnen Familie, noch einem Kaiserreich oder einem fremden Jarl.
Dieses Land gehört weder Nord, Reikmannen und Orks allein. Es gehört allen. Und alle sind Bürger dieses Landes mit gleichen Rechten und Pflichten. Reachs Schönheit rührt nicht nur von seinen Bergen und Klüften. Sondern auch von seinen Bewohnern. Und seinen Bewohnern möchte ich dieses Land zurückgeben. Durch Freiheit, Arbeit, Glauben und Frieden. Wir können nur als Volk wieder zusammenkommen, wenn wir einen Neuanfang wagen. Mit gleichen Chancen und Rechten für alle ob Nord, Reikmanne oder Ork. Als euer Jarl möchte ich zusammen mit euch diesen Weg beschreiten. Ein Jarl für alle Bewohner von Reach und nicht nur von einem Teil.
Ich rufe euch daher an: Wählt die Zukunft und nicht die Vergangenheit. Und wählt vor allem wie es euch euer Herz gebietet. Und vergesst niemals dabei die Worte unseres Volkes: Der Berg bewegt sich nicht.“

Dann neigte er langsam seinen Kopf zu den Menschen, verstummte und trat zurück.

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Re: Innenstadt und Marktplatz von Markarth

Beitrag von Appianus Novem am So Nov 26, 2017 8:03 pm

Fredas, 13. Abenddämmerung
8:30 Uhr morgens

Diesmal herrschte Stille in dem Kessel. Erst langsam kam ein leises Brodeln auf, als die ersten Menschen aus ihrer Trance erwachten und die Münder öffneten, fluchten, stritten, jubelten, brüllten. Es war ein gleichförmiges, vollkommen ungezieltes Geräusch. Bald verlor es sich im Hintergrund von Novems Gedanken, er achtete nicht mehr darauf, hörte nicht, als die ersten Schilder geschlagen wurden. Er hatte eine Aufgabe! Die musste er erfüllen!
Die Reikmann schwiegen. Novem stierte als Vertreter der Widder, als Wächter über Senna - die mit kritischem Blick ihre Menge fixierte - in eine Wand aus starren Gesichtern. Vereinzelt, nur ganz selten erblickte er kleine Regungen. Manch einer hob ein wenig den Stock an, Richtung Schild, ließ ihn dann sinken. Das war es. Kein Scheppern und Klappern. Nur eine Mauer aus Menschen, die in kalter Wut auf ihre Wächter blickten. Der kaiserliche Abgeordnete hier - Novem hatte ihn bisher nicht wirklich beachtet - wischte sich Schweiß von der Stirn.
Novem wusste wenig über die Reikmannen. Das meiste hatte er gerade aus dieser Rede gelernt, und das lehrte ihn einiges über die Gesichter, die er hier sah - es waren die Gesichter von Getriebenen, Leuten, die es gewohnt waren, gejagt zu werden. Einmal hatten sie den Spieß umgedreht, Hoffnung gehabt, aufgeatmet - und waren reihenweise umgebracht worden. Die Wirklichkeit hatte ihnen einen Schlag ins Gesicht versetzt und sie auf den Boden geschleudert. Dann wieder. Die Widder von Reach hatten viele der Reikmannen getötet, ob Abtrünnige oder nicht. Die, die hier standen, waren wie Sklaven unter den Nords gewesen, hatten vielleicht geträumt, einmal so frei zu sein wie die Abgeschworenen - dann waren diese getötet worden. Von ihrem Volk waren wenige geblieben. Und hier standen sie und hörten von ihrem Schlächter, dem, der ihr Volk besiegt hatte, goldene Versprechungen.
Die Rede von Hal Windspalter war gut gewesen, natürlich. Novem hatte die Mundwinkel verzogen, als Hal zu spotten begonnen hatte. Er hatte damit nicht aufgehört. Novem hatte mehr als Spott erwartet. Das meiste war auf Reach bezogen, und nichts, was ihn etwas anging oder von dem er wusste. Doch hier wurde gehetzt, von beiden Seiten. Der Priester hielt es für überhaupt nicht sicher, dass das Klopfen der Einwohner etwas hätte helfen können.
Die Versprechungen hatten geholfen - natürlich war Hal die logische Wahl für die Reikmannen. Igmund machte aus seinem Hass gegenüber dem ganzen Volk keinen Hehl. Hal versprach so viel, goldene Worte, reich ausgeschmückt. Er zeichnete ein Bild von einem Reach, schön, groß, gleichberechtigt, er malte es mit bunten Farben vor dem Volk, vor so vielen Leuten. Die Reikmannen stierten nur. Sie hatten es erwartet, schöne Worte, schöne Versprechungen. Sollten sie diesem Mann, diesem Mörder wirklich glauben? War es nicht ein Einknicken, auf dieses Gerede hereinzufallen?
Doch sie schwankten! Novem hatte es gesehen. Manche wollten klopfen, wollten zeigen, was sie wollten. Es war doch eigentlich einfach! Igmund war auf jeden Fall gegen sie, Hal versprach wenigstens etwas, und die Reikmannen wussten es. Sie wussten, dass sie eigentlich schlagen müssten, dass sie ihren Jarl durch ihren Lärm küren müssten. Doch keiner wollte sich dem Nord untergeben, keiner wollte anfangen, keiner wollte der erste sein, der aufgab. Es war ein Volk der Ehre. Wenn nur einer von ihnen anfangen würde, den ersten Schritt tun würde, der Rest würde sich anschließen, Novem war sich ganz sicher.
Dazu kam es nicht.
Der erste Reikmanne löste sich aus den Reihen seines Volkes. Es war ein groß gewachsener, wettergegerbter Mann. An seiner rechten Wange fand sich eine Narbe, eine alte Schnittwunde. Vielleicht von den Nords. Sein Gesicht glich Stein, nichts regte sich darin. Sein Blick wanderte über Markarth, die Stadt, die ihnen gehört hatte. Dann schritt er, Schild und Stock in den Händen, an den Wächtern vorbei - an den Fremdlingen vorbei, die ihnen einen von zwei schlechten Herrschern aufzwingen wollten - und schleuderte seinen Schild auf den Boden, hinter Novem, etwas tiefer. Das Scheppern war das lauteste aus dieser Gegend, wurde von den Händen zehnfach zurückgeschleudert und übertönte allen Applaus, der aus dem Rest der Stadt kam. Der erste Reikmanne hatte sich dagegen entschieden, aufzugeben.
Sie werden ihm folgen, dachte Novem. Keiner wird es ihnen vormachen. Keiner wird ihnen zeigen, vorangehen, beweisen, dass es keine Schande ist, sich für das kleinere Übel zu entscheiden. Dass es klug ist, dass ihnen kaum eine Wahl bleibt. Keiner von ihnen möchte der Erste sein. Also werden sie alle gehen mit verletztem Stolz, und sie werden verlieren und gehasst werden und hassen und nichts wird sich ändern. Ihm wurde schwindlig, mal wieder. Die Schläge der letzten Tage brannten wieder auf - um mit dem Streit, dem Krieg aufzuhören, war es doch wichtig, einmal seinen Stolz zu missachten! Einmal aufzugeben, nachzugeben. Irgendjemand musste doch damit anfangen, sonst würde es nie enden! Er stolperte zurück, Senna war nicht da, ihn zu halten, nur seine Krücke fing ihn noch ab.
Unter seinen hektisch trampelnden Füßen lösten sich ein paar Steinchen, etwas Dreck, von den Minen herausgetragen. Die vereinzelten Teilchen wurden von dem Priester zur Seite geschoben, in die Luft, fuhren untereinander, prasselten herab und fielen. Sie prallten von kleinen Vorsprüngen und Kanten ab, teilten sich auf. Er bemerkte es nicht mal. Dann rissen sie ein paar größere Steinchen mit sich, es wurden mehr. Und dann trafen sie auf den Schild, prasselten hernieder und knallten auf das Stück Metall - es bildete eine kleine Kuppel über dem Boden, in der das wirre Geklapper herumgeworfen, verstärkt wurde, dann fraß es sich hoch, brach aus, drang bis an die Wände des Kessels, klapperte und scheppert und applaudierte.
Nur darauf hatten ein paar Reikmanen gewartet. Irgendjemand hatte angefangen, hatte die Schande auf sich genommen, irgendjemand, den keiner gesehen hatte. Keiner wich mehr aus der Reihe. Der erste entschied sich, mit seinem Stock auf den Schild zu dreschen. Andere folgten. Es brach über sie herein, der plötzliche Wille, die Einsicht - einer von ihnen hatte verstanden, dass man seinen Stolz herunterschlucken musste! Was für ein Vorbild!
Es kochte hoch, mehr und mehr. Novems Sicht stabilisierte sich. Senna lächelte.
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Re: Innenstadt und Marktplatz von Markarth

Beitrag von Hal Windspalter am Di Nov 28, 2017 4:25 pm

Fredas, 13. Abenddämmerung
8:37 Uhr morgens

Seit er geendet hatte, fühlte sich Hal zunehmend unwohl in seiner Haut. Ja er hatte den Lärm zu seinen Gunsten deutlich vernommen. Auch glaubte er sich eigentlich zuversichtlich fühlen zu können. Doch zum ersten seit langem Mal hatte Hal Windspalter Angst. Richtige Angst. Als er klein war hatte seine Mutter ihm stets eingeschärft nie andere über sein Schicksal entscheiden zu lassen. Nach diesem Grundsatz hatte er stets gelebt. Es ging immer um die eigene Autonomie. Immer. Er traf lieber seine eigenen Entscheidungen. Und doch war er jenes Wagnis eingegangen. Hatte sein Schicksal in die Hände des Volkes von Reach gelegt. Und jetzt konnte er verstehen warum Herrscher wie Igmund oder Ulfrik genau das hassten. Zu viel hing davon ab. Alles konnte von einem Moment auf den anderen verloren sein. Aber er war nicht wie sie. Er war weder adelig noch hatte er die Macht von jemanden geerbt. Er hatte sie sich selber erarbeitet. Deswegen fiel es ihm auch leichter sich vom Volk legitimieren zu lassen. Oder eben auch nicht. Denn wenn er verlor, hatte er schon eine Idee. Er würde Himmelsrand verlassen. Die anderen Jarltümer hinter sich lassen. Was sollte er denn dort. Wenn er nicht in Reach leben konnte, dann nirgendwo in Himmelsrand. Weder in Einsamkeit dessen bigotte kaiserliche Lebensart ihn anwiderte. Auch nicht in Weißlauf. Was sollte er da? Pferdehändler werden?
Nein. Hal würde in den einzigen anderen Teil von Tamriel außer Reach gehen, der mit seiner Herkunft in Verbindung stand. Solstheim. Er würde zu den Skaal gehen um dort mehr über seine Mutter zu erfahren. Vielleicht nahmen sie ihn ja auf. Er erwartete nicht das Hroki mit ihm kam. Zu sehr hatte er ihr Leben beeinflusst. Er würde es ihr überlassen mit ihm zu kommen oder nicht. Und wenn sie sich lieber entschied sich mit ihrer Mutter zu versöhnen, würde er es ihr nicht verdenken. Er würde die Widder auflösen, die Männer für ihren Dienst gerecht bezahlen und anschließend tja… Weiter als zuvor konnte er nicht denken. Er musste zu Igmund schauen um festzustellen das sein Gegner vermutlich ähnliche Gedanken hatte. Im Falle von Igmund stand wohl noch mehr auf dem Spiel. Das Ansehen und das Erbe seiner Familie die über Generationen als Jarl über Reach geherrscht hatten. Hal beneidete ihn darum Gegner keineswegs, und stellte erleichtert fest das wohl eine Niederlage für ihn angenehmer als für Igmund wäre. Natürlich würde er das sein ganzes Leben mit sich rumtragen. Auch wenn er sich zugutehalten konnte das Volk nie zu seiner Herrschaft als Jarl gezwungen zu haben. So wie es Thongvor versucht hatte.

Er wurde schlagartig aus den Gedanken gerissen, als die Priesterinnen mitsamt der Wächter die Treppen zum Eingang der Festung langsam hochgeschritten kamen, wo Mutter Hamal, Igmund und er standen. Die Hohepriesterin wartete bis alle anwesend waren und es in der Schlucht still genug war um fortfahren zu können. „Ich danke dem Jarl und seinem Herausforderer für ihre Reden. Beide haben gut gekämpft. Doch am Ende dieses Tages wird das Volk von Reach nur einen der beiden als ihren Jarl bestätigen oder küren.
Wir können uns zugutehalten das bisher kein Blutvergossen wurde. Und ich hoffe dass das auch um des Friedens willen so bleibt. Das letzte Jarlthing in Reach fand vermutlich in der frühen zweiten Ära statt, als Vlindrel Blutbeere in Markarth zur Jarl gekrönt wurde. An sie erinnert noch das berühmte Haus „Vlindrel-Halle“, dass später in den Besitz eurer Familie überging, Jarl Igmund.“
sagte Mutter Hamal und warf Igmund einen Seitenblick zu, der nur noch verdrossener schaute. Hal konnte sich einen spöttisches Lächeln nicht verkneifen. Es war kein Geheimnis das Igmunds Familie wegen der schlechten Haushaltspolitik ihren eigenen Besitz zu veräußern musste. Vlindrel-Halle stand seit Jahren leer und moderte nur vor sich hin, weil sich kein Käufer fand. „Die Tradition des Jarlthings besteht dagegen schon viel länger…“ fuhr die Hohepriesterin der Dibella fort. „In den erhaltenen Quellen taucht es als Instrument zum ersten Mal bei der Amtseinführung von Jarl Thranvjur dem Alten in der Ersten Ära auf. Aber vermutlich ist es noch viel älter. Aufgegeben wurde es zugunsten der Erblichkeit des Amtes der Jarl. Das wir heute die Ehre haben zum ersten Mal seit tausenden von Jahren wieder ein Jarlthing abzuhalten, verdanken wir der Einsicht jener beiden Kandidaten hier, die sich entschieden haben aus Reachs jüngerer Vergangenheit zu lernen und ihre Differenzen um die Macht mit Argumenten und nicht mit Waffen zu regeln. Damit dies so bleibt, werde ich beide Kandidaten vor der Stimmenauszählung ein letztes Mal fragen ob sie das Ergebnis akzeptieren werden mit all den verbundenen Konsequenzen.“ Sie blickte als erstes zu Hal. „Hal Windspalter. Ich habt versprochen im Falle eurer Niederlage die Widder als Organisation aufzulösen und Reach auf immerdar zu verlassen. Steht ihr zu eurem Wort?“ „Ja das tue ich, Hohepriesterin“ sagte Hal und bemühte sich fest zu klingen. „Und werdet ihr die Entscheidung des Volkes akzeptieren und Jarl Igmund als rechtmäßigen Amtsträger des Jarltums anerkennen, falls es dazu kommt?“ „Ich werde jede Entscheidung des Volkes von Reach akzeptieren und mich ihr fügen.“ versicherte Hal. „Und ihr Jarl Igmund… Haltet ihr euer Versprechen Reach mitsamt aller Kaiserlichen Truppen zu verlassen und niemals wiederzukehren, solltet ihr in diesem Jarlthing unterliegen?“ „Wenn es der Wille des Volkes ist werde ich mich dem beugen.“ sagte Igmund mit gepresster Stimme. „Und werdet ihr in diesem Fall Hal Windspalter als Jarl anerkennen?“ Igmund blickte sie an und brauchte lange um zu antworten. „Ich werde die Wahl als rechtens und zulässig anerkennen.“ Nun erschallten von weither Buhrufe. Hal hatte mit der Antwort gerechnet. Natürlich würde das Kaiserreich das Ergebnis nie anerkennen. Aber das konnte ihm jetzt egal sein.

„Nun gut.“ sagte Mutter Hamal. „Kommen wir nun zur Auszählung. Ich werde jetzt die einzelnen zugelassenen Wahlparteien aufrufen. Meine Priesterinnen die das Abstimmungsverhalten beobachtet haben werden hierher kommen und das jeweilige Ergebnis verkünden. Die von den Kandidaten bestimmten Wächter müssen das Ergebnis bestätigen oder anfechten. Ich warne nochmal alle. Wenn ein Wächter die Unwahrheit sagt, werden wir das herausfinden. Es lohnt sich also nicht!“ Sie räusperte sich einen Moment bevor sie weitersprach. „Pro Stimme wird ein Widderkopf an dieser Halterung befestigt. Am rechten Balken sind die Stimmen von Jarl Igmund. Links die von Hal Windspalter. Beginnen wir also die Aufzählung.
Die Wahlpartei der Kaiserlichen Soldaten!“
Eine Priesterin der Dibella trat vor. „Die Kaiserlichen Soldaten bestätigen Jarl Igmund als ihren Jarl.“ Plötzlich hatte es begonnen. Hal spürte wie das Blut in seine Ohren rauschte. Er fühlte sich wie in dem Sog eines Flusses der ihn langsam aber sicher verschlang. Natürlich hatte er mit dem Ergebnis gerechnet. Und doch war es ein unheimliches Gefühl wie schnell die Auszählung für ihn gefühlt von statten ging. Von ferne drang Jubel der Kaiserlichen auf. Und natürlich bestätigte deren Wächter das Ergebnis. „Die Wache von Reach bestätigt Jarl Igmund als ihren Jarl!“ Er wurde nervös. Igmund lag zwei Punkte in Führung. Er dagegen hatte noch keine Stimme. Nervös sah er wie zwei Widderschädel auf Igmunds Seite aufgehängt wurden.
„Die Soldaten der Widder wählen Hal Windspalter zum Jarl vom Reach!“ Jubel brandete von fern  vor den Toren am Ende der Stadt auf, als die Widder begannen wie verrückt mit den Stöcken auf ihre Schilder einzuschlagen. Hal fiel ein Stein vom Herzen. Wie gern wäre er jetzt bei seinen Jungs. Der Jubel wurde noch lauter, als die Stimme der Orks von Dushnik Yal und Mor Khazgur ebenfalls an ihn ging. Zwischen ihm und Igmund war nun gleichstand. An beiden Seiten des Balkens hingen nun je zwei Schädel. Als nächstes folgten die Adeligen die ihre Stimme natürlich Igmund gaben. 3:2 für Igmund. Doch nicht für lange. Hal musste breit lächeln als die zuständige Priesterin der Dibella verkündete. „Die Bürger von Karthwasten wählen Hal Windspalter zum Jarl von Reach.“ 3:3 Der Anführer der Widder und deren Dorfvorsteher Ainethach der zur Auszählung nach vorne gekommen war, tauschten wohlwollende Blicke mit einem Nicken aus, ehe Hal grausam in die Wirklichkeit zurückgezogen wurde…
„Die Bauern und Arbeiter bestätigen Jarl Igmund als Jarl von Reach.“ 4:3

Hätte sich in diesem Moment ein Erdbeben ereignet der die Berge um die Stadt zum Einsturz gebracht hätte, wäre das wohl die treffendste Beschreibung von Hals Gemütszustand als er jenes Ergebnis hörte und mitansehen musste wie Joric als Wächter der Widder das Ergebnis zähneknirschend bestätigte. Er schien taub zu sein. Er wusste nicht wie ihm war. Er hatte so verbissen um die Stimme der Bauern gekämpft. Hatten nicht sie unter Igmund und vor allem unter den Silberblut am meisten zu leiden gehabt. Hatten nicht die Silberblut die Arbeiter am schlimmsten ausgebeutet. Und das schon fast wie Tiere?
Das konnte einfach nicht sein! Unweigerlich blickte Hal zu den Adeligen und sah Reburrus Quintilius. Sah wie sich auf dessen Lippen ein hämisches Grinsen verzog, als sich ihre Blicke trafen. Und sofort dachte Hal an ihr letztes Treffen im Badehaus zurück. Der Hass stieg in ihm hoch. Er verfluchte sich selbst das er dieser Schlange nicht genauso die Kehle durchgeschnitten hatte wie ihrem Meister damals in Unterstein. Wegen seiner Nachlässigkeit konnte die Silberblut-Brut durch Reburrus weiter existieren. Sicherlich hatte er die Bauern bestochen. Kein Wunder jetzt wo ihm das Geldhaus gehörte…
Es war vorbei. Hal hatte verloren. Als nächstes kamen die Stimme der Händler und Gastwirte an die Reihe. Und bei denen wusste er das Ergebnis ohnehin schon.
Es wurde schlimmer. Er sah Hroki und die Priesterin Anwen nach vorne treten. Seine Geliebte sah ihn nicht an. Ihre Gedanken schienen ganz woanders zu sein. Sorgte sie sich schon um ihre Zukunft. Gute Idee. Das musste sie. Und er auch. Alles wofür er gekämpft hatte war verloren. Umsonst. Er hatte den Bürgern von Reach einen Weg aus der ewigen Misere anbieten wollen. Aber er hatte sie nicht überzeugt. Nun gut dann soll es so sein. Hauptsache es ging schnell vorbei.
„Ob die Winde der Moesring-Berge wirklich eisiger als in Winterfeste sind?“ fragte er sich in Gedanken als er an die Heimat seiner Mutter dachte. Er würde es bald erfahren. Hauptsache diese demütigende Schmach hier fand ein Ende. Hal schloss die Augen. Unterdrückte Tränen die hochkommen wollten. Versuchte die Stimme der Priesterin Anwen zu überhören die nun sprach. Doch es hatte keinen Sinn. Er hörte sie laut und deutlich als sie jene Worte nach einem kurzen Zögern sprach. „Die Händler und Gastwirte wählen Hal Windspalter zum Jarl von Reach.“ „Als Wächterin bestätige ich dieses Ergebnis!“ erwiderte Hroki Und der Kaiserliche tat es verdrossen auch. 4:4

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Re: Innenstadt und Marktplatz von Markarth

Beitrag von NPC am Di Nov 28, 2017 4:38 pm

Fredas, 13. Abenddämmerung
8:30-8:37 Uhr morgens

Hrokis Herz schien einen Sprung zu machen. Es war nicht der ohrenbetäubende Lärm der ihre Aufmerksamkeit beanspruchte. Es war ihre Mutter…
Nachdem Hal geendet hatte, und von anderen Teilen der Stadt das Scheppern erklang, blickte Frabbi plötzlich geradewegs in die Augen ihrer Tochter. Hroki hatte sie so noch nie gesehen. Es lag keine Zuneigung darin, aber auch kein Hass. Die Wirtin des Gasthauses das immer noch den Namen eines gestürzten Adelshauses trug, hatte noch nie so ausdruckslos geschaut. „Was tust du?“ fragte Hroki in Gedanken. Und dann fing Frabbi langsam an laut mit ihrem Stock gegen das Schild zu schlagen. Viele der versammelten Händler und Gastwirte schienen sie entgeistert anzustarren. Doch dann stimmte auch Hreinn, Hrokis Bruder, in das Schlagen ein. Dann folgten, Lisbet vom Gemischtwarenladen Arnleif und Söhne und Eydis von Alt-Hroldan. Endon der rothwahdonische Juwelier, seine Frau Kerah und Hogni Rot-Arm der Metzger die gegen Hal waren fingen lautstark an zu protestieren. „Was macht ihr denn?“ schrien sie. Doch Frabbi und die anderen schlugen um so lauter zu. Viele Händler und Gastwirte waren unschlüssig. Doch mehr und mehr stiegen schließlich auch sie ein, und schlugen ihre Stöcke auf die Schilder um die Wette. Und Hroki sah wie sich auf dem Gesicht des kaiserlichen Wächters eine Fratze des Ärgers bildete. Doch sie konnte sich nicht freuen. Zu sehr nahm sie das Geschehen mit. Starr waren ihre Augen auf das Gesicht ihrer Mutter geheftet. Und Frabbis Augen auf das ihrer Tochter. Wie konnte das sein? Nach allem was vorgefallen war. Hroki war wie in Trance in das Verhalten ihrer Familie vertieft, sodass sie nicht merkte wie die Händler und Gastwirte nach und nach verstummten. Wie ganz Markarth verstummte. Die Mine auf Endons Gesicht wechselte von Fassungslosigkeit zu kalter Wut und zurück, als klar war für wen sich die Mehrzahl der Händler und Gastwirtsentschieden hatte. „Ihr Narren!“ schrie er sie an. „Das ist das Ende. Ihr habt alles zerstört!“ „Kann jemand diesem Idioten das Maul stopfen?“ fragte Frabbi ohne ihn anzusehen in die Menge. Lautstarkes Lachen erscholl zwischen den Händlern, sodass das Gesicht des Rothwahdonen ein hässliches Rot annahm. „Wir sollten gehen, Kind.“ sagte die Priesterin der Dibella namens Anwen die Hroki beobachtet hatte zu ihr, und fasste ihr an den Arm. „Das Ergebnis muss verkündet werden.“ Hroki rührte sich nicht. Ihre Augen waren immer noch starr auf ihre Mutter gerichtet. Frabbi bemerkte es und verzog mit einer wegwerfenden Handbewegung das Gesicht. „Ja geht. Im Gasthaus wartet immer noch Arbeit auf mich. Und je früher dieser Unsinn zu Ende ist desto besser. Bringen wir es endlich hinter uns!“ blaffte sie in Richtung ihrer Tochter. Und Hroki erwachte schließlich aus ihrer Trance und folgte fast mechanisch der Priesterin mit dem verärgerten kaiserlichen Wächter hoch zur Festung. Nicht wissend ob sie gerade träumte. Insbesondere als das Ergebnis verkündet wurde.
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Re: Innenstadt und Marktplatz von Markarth

Beitrag von Appianus Novem am Mo Dez 04, 2017 8:27 pm

Fredas, 13. Abenddämmerung
8:40 Uhr morgens

"Geht es Euch besser?" Senna stellte die Frage wie beiläufig, als sie durch die Straßen gingen, auf Festung Unterstein zu, dem Sitz des alten und des neuen Jarls. Novem stützte sich auf den Stock, der ihm gegeben worden war, die Leute machten respektvoll Platz. Das goldene Gewand der Priesterin überstrahlte die einfachen Menschen; der Weg nach Unterstein schob sich frei.
Novem nickte unbeholfen. "Etwas. Mein Bein macht mir zu schaffen. Ich muss mich bedanken." Der Wächter, den die Kaiserlichen beauftragt hatten, schritt schweigend neben ihnen, den Blick erst bitter zur Seite, dann stur auf den Weg fixiert. Es sah nicht gut aus für sie. Novem hatte es nicht zu interessieren, wer gewann - aber es sah nach Hal aus.
"Woher habt Ihr die Wunden?"
"Oh, die hab ich schon eine Weile. Nur heute tun sie sehr weh."
Senna verzog etwas verwundert die Augen, kam aber nicht mehr dazu, nachzubohren. Ehe sie es sich versehen hatten, standen sie vor der Festung Unterstein, im Mittelpunkt des Kessels. Novem betrachtete die Widderschädel, die aufgetürmt waren. Gleichstand. Nicht mehr lange.
Senna lächelte. "Die Reikmannen wählen Hal Windspalter zum Jarl von Reach."
"Und ich kann das bestätigen", sprach Novem. Der Kaiserliche nickte.
Novem hatte schon Kopfschmerzen vom ständigen Gejubel. Wieder kochte es etwas, ein leichtes Brodeln nur, obwohl das die Wendung war; die Widder von außen, natürlich, sie machten Krach, und die Orks erst recht. Die Bürger von Karthwasten waren der Quell des Brodelns aus der Stadt, und die Wirte und Händler machten nur halbherzig mit; nicht ganz im Klaren, ob sie sich richtig entschieden hatten. Hal hatte wenig Freunde in der Stadt.
Novem blickte Hal an, der wie überrumpelt dastand. Dann lächelte er matt. "Ich bin kein Priester", sprach er leise, "aber den Segen der Neun Göttlichen, den wünsche ich dir."
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Re: Innenstadt und Marktplatz von Markarth

Beitrag von Hal Windspalter am Mi Dez 06, 2017 12:19 am

>Rückblende<

Tirdas 29. Mittjahr
4 Ära 198 (Drei Jahre zuvor)

"Igmund hat Ondolemar die Erlaubnis gegeben ab sofort in ganz Reach Ermittlungen und Verhaftungen durchzuführen." sagte der noch blauäugige Joric, als er außer Atem ins Lager gerannt kam, welches unweit von Karthwasten in den Hügeln nah am Wasser und natürlich weit von der Straße und irgendwelchen Unterschlupfen der Abgeschworenen lag. Es war ein sonniger Tag und die Männer die vor Wochen ihren Dienst bei der Stadtwache quittiert hatten, saßen an der erloschenen Feuerstelle. Unschlüssig was sie jetzt tun sollten. Frust machte sich breit. Unter der Stadtwache hatten sie immerhin was zu tun gehabt. Nun saßen sie da. Ernährten sich von erlegten Hasen und bei Glück auch mal von umherstreunender Mufflons, deren männliche Vertreter, der Mufflon-Widder das Wappen von Reach darstellte. Halmar lag faul ihm Gras, und betrachtete mit seinen hässlichen Kopfaugen abschätzend den gehörnten Schädel eines erlegten Tieres. Der alte graubärtige Usnar, der mit seinen Mitte Fünfzig der Älteste unter ihnen war, bereitete mit Tjerolv das Essen vor. Armund dagegen der Wache geschoben hatte, stand hinter Joric und hörte zu. Nur einer sah den Jungen nicht an. Der Mann dem sie gefolgt waren. Immer noch in seiner ehemaligen Wachrüstung stand Hal Windspalter am Flussufer des Karth und wandte ihnen allen den Rücken zu. Die Fäuste geballt.
Usnars strich eine graue Strähne seiner nackenlangen Jahre aus dem Gesicht, als er von der Arbeit aussah. "Davon sprechen die Menschen in Karthwasten?"
"Ja. Sie fürchten das die Thalmor bald hierherkommen werden." "Dazu haben sie auch allen Grund..." grunzte Halmar dunkel und schmiss den Schädel gegen die Felswand, wo eine Hörnerpartie mit einem hässlichen Knacken zerbarst. "Wir reden immerhin von den Thalmor!" "Aber die Stadtwache..." brabbelte Joric. "Die Stadtwache wird garnichts Junge." sagte Armund und stach wütend seine Lanze in den Boden, während er düster auf die Feuerstelle stierte. ... "Hast doch gesehen wie ruhig sie alle geblieben sind, als dieser Bastard von einem Altmer Fjörn und seinen Sohn auf offener Straße umgebracht hat. Wie wir ruhig geblieben sind..." "Dann sollten wir vielleicht was tun..." brachte der Junge unsicher hervor. "Was sollen wir schon tun, Joric." Der alte Usnar seufzte. "Wir sind fahnenflüchtig. Erwischt man uns, wird man uns aufhängen." "Dann könnten wir ja genauso gut uns von den Thalmor mit ihren Blitzen rösten lassen." sagte Halmar schwarz wie immer.
"Joric hat Recht!"
Hal drehte sich plötzlich um und schritt in die Runde.
"Wir haben den Dienst an der Wache aufgegeben, weil die Wache das Volk nicht geschützt hat. Ist es dann nicht an uns das Volk zu schützen?" Stille machte sich breit in der Runde. Bis schließlich Tjerolv der bisher geschwiegen hatte fragte: "Woran denkst du?"
"Wenn die Thalmor nach Karthwasten kommen, dann tun wir es eben auch."
"Aber dann erwischen sie uns doch! Da können wir uns gleich selbst ausliefern." "Wer sagt denn das sie uns sehen müssen?" fragte Halmar genüsslich. Und in den folgenden Tagen reifte ein Plan.

Sundas 4. Sonnenhöhe
4 Ära 198 (Drei Jahre zuvor)

"Los ihr Draugr-Wichte." schrie der der Justiziar der Thalmor als er das halbe Karthwasten in Fesseln gelegt von seinen Soldaten in goldenen Rüstungen über den Dorfplatz treiben liess. Es war eine regnerische Nacht. Die Thalmor waren aus heiterem Himmel ohne Vorwarnung gekommen. Hatten die Menschen aus dem Betten gezerrt, sie geschlagen und bei Widerstand auch Einzelne getötet. Unter dem schüttenden Regen der ihre schwarzen Roben durchweichte hatten sie das ganze Dorf nach draussen geschafft. "Das könnt ihr nicht machen." schrie Ainethach, den man verdächtigte Talos-Anhänger als Minenarbeiter gedeckt zu haben. "Dazu habt ihr kein Recht! Das ist Reach!" Der Justiziar schlug ihm mit der Faust ins Gesicht. "Sei still. Wir sind der Aldmeri-Bund. Für uns gibt es keine Grenzen. Gewöhn dich schon mal daran, Bretone!" "Wohin bringt ihr uns?" fragte eine verängstigte Frauen-Stimme. "Nach Norden." lachte der Justiziar höhnisch. "Sehr weit nach Norden." Sie kamen gerade noch bis zum Ortsausgang, als man plötzlich ihnen den Weg versperrte. Sechs Individuen versperrten den Weg. Sie waren schaurig anzuschauen. Doch es waren keine Abgeschworenen. Sie trugen die grünen Rüstungen der Stadtwache von Reach, hatten aber grüne Mäntel mit Kapuzen um ihre Schultern gelegt. Das Unheimlichste an ihnen waren jedoch ihre Gesichter. Masken aus Widderschädeln mit großen leeren Höhlen starrten die Thalmor unentwegt an. Dorfbewohnern und den thamorischen Altmern lief ein Schauer über den Rücken.
"Was soll das? Wer seid ihr?" schrie der Justiziar als er sich gefasst hatte. "Lasst die Menschen gehen!" sagte der in der Mitte mit kalter Stimme. "So? Ich soll sie gehen lassen?" die Lippen des Justiziars kräuselten sich. "Aber natürlich. Und ihr geht gleich mit ihnen!" sagte er während er einen Blitzzauber in seinen Händen konzentrierte. Gleichzeitig zogen die sechs Maskierten ihre Klingen. Und dann ging es los.

Ainethach blickte klatschnass vom Regen nur auf die sechs Männer die sie befreit hatten. Die Leichen der Thalmor blutenden auf dem matschigen Boden aus, während ihre Retter ihre Fesseln durchschnitten. "Wer seid ihr?" fragte er mit matter Stimme, nachdem er ein "Danke" gehaucht hatte. "Ich sage es euch, wenn ihr es für euch behaltet. Kein anderer Dorfbewohner soll davon erfahren." sagte der Mittlere als er mit Ainethach von den anderen
fortgeschritten war. "Ich schwöre es auf diese Menschen die ihr soeben gerettet habt." sagte Ainethach ohne zu blinzeln. Der Mittlere nickte und zog kurz seine Maske ab, sodass Ainethach einen kurzen Blick auf einen jungen Mann vermutlich in den frühen Dreissigern erhaschen konnte. Strohblonde Haare zum Nacken, einen zusammengewachsenen Bart aus Schnurr- und Kinnbart. Und Augen so blau wie der Ozean wie Ainethach sie noch nie gesehen hatte. Der Fremde zog die Maske wieder an, so schnell er sie auch ausgezogen hatte. Dann kam er sehr nah an Ainethachs Ohr heran. "Hal Windspalter." Und dann verschwanden die sechs Retter und liessen die Bewohner von Karthwasten verdutzt zurück.

Die Wochen vergingen und wurden schließlich zu Monaten. Hal, Usnar, Halmar, Tjerolv, Armund und Joric machten diverse ähnliche Aktionen wo sie den Thalmor, Sturmmänteln, Kaiserlichen und Abgeschworenen einen Strich durch die Rechnung machten. Wegen der Masken die sie vor allem in ihrer Anfangszeit benutzten, nannte man die gehörnten Rächer des Volkes irgendwann nach dem Wappentier des Jarlthums dessen Schädel sie trugen. Die Widder von Reach.
Sie befreiten Gefangenzüge der Kaiserlichen und Thalmor, befreiten Gefangene von den Abgeschworenen und zu Unrecht verurteilte bei deren Hinrichtungen. Die Zahl der Unterstützer wuchs. Und mit ihr auch ihre Truppe. 20. 50. 100. Sie versorgten sich mit Rüstungen die sie in Abgeschworenen- und Banditenlagern fanden. Die Verpflegung kam entweder von der dankbaren Bevölkerung oder von Beutezügen.
Als sie 100 waren, wählten die Männer und Frauen den Mann offiziell zu ihren Anführer der sie gerettet oder inspiriert hatte. Lange schon hatte man in Markarth von ihnen gehört. Schlecht gemalte Steckbriefe von Hal und seinem Führungszirkel dem bald auch Frauen und Orks angehörten hingen irgendwann in Dörfern und Städten aus. Menschen aller Art darunter auch enttäuschte Stadtwachen schlossen sich an. Die Zahl wuchs. Schließlich verlagerten die Widder ihr Lager nach Haafingar. Jedoch unweit der Grenze ihres Heimatlandes. Dort konnten sie besser rekrutieren. Halmar hatte eine billige Kaschemme in Einsamkeit erworben, die anders als die Sturmmäntel auch andere Rassen willkommen hiess. Als nach drei Jahren Anfang Morgenstern des Jahres 4. Ära 201 die Widder stolze 500 in ihrem Heer verzeichneten, machte Hal Windspalter eine letzte Reise nach Einsamkeit. Mit dieser sollte der Kampf um die Befreiung von Reach beginnen, die am Ende des Jahres mit dem gewonnenen Jarlthing am Fredas dem 13. Abenddämmerung in Markarth endete.

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"Wir nehmen unser Schicksal selbst in die Hand, und wir werden nicht aufgeben bis das Volk von Reach auch selbst Reach regiert."

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Re: Innenstadt und Marktplatz von Markarth

Beitrag von Hal Windspalter am Mi Dez 06, 2017 2:13 am

Fredas, 13. Abenddämmerung
8:45 Uhr morgens

Donner, Jubel, Licht und Glück...
Die Gefühle die in diesem Moment auf Hal Windspalter einflossen waren unbeschreiblich. Wie ein Stein stand er da...
Gelähmt von dem Ergebnis das soeben verkündet worden war.
Markarth tobte. Tobte wie es das seit Jahrhunderten nicht mehr getan hatte. Sicher hatte es bei Antritt eines neuen Jarls immer Jubel gegeben. Doch dies hier war anders. Es war das Volk das entschieden hatte. Er starrte nur vor sich hin, während Markarth vor ihm explodierte. Und langsam stahlen sich immer mehr Tränen in seine meerblauen Augen. All die letzten drei Jahre hatte er gekämpft. Gekämpft um eine neue Zukunft für dieses Land zu erreichen. Jahre der Entbehrungen, Jahre des Kampfes und Jahre der Prüfung waren vergangen um endlich hier zu sein. In einem kleinen Lager unweit von Karthwasten hatte es begonnen, bei Volskygge in Haafingar und der Schlacht von Mor Khazgur mit Fenris seinen Anfang genommen, weiter mit der Erstürmung aller Abgeschworenenlager, der Belagerung der Bruchturmschanze, Usnars Tod, die Wiederbelebung des Roten Adlers die er mitbekommen hatte, das erste Treffen nach Jahren mit Bjefur als die Widder sie nach Markarth ziehen liessen, die Schlacht um Dushnikh Yal mit der Reinkarnation von Malacath, Ogmunds Tod,Appianus Auftauchen, die Belagerung von Markarth, die Reise durch die Dunkelheit von Nchuand-Zel, Agdashs Tod, der Kampf mit Thongvor und dessen anschließenden Tod, die Friedensverhandlungen, der Wahlkampf, das Jarlthing und schließlich endlich das Ergebnis auf das er solange hingearbeitet hatte. Es war ihm schon immer klar gewesen, dass nur der Jarl dieses Land ändern konnte. Und wenn es nicht Igmund war, dann ein anderer. Er zum Beispiel... Es war geschafft.
Plötzlich ergriff jemand seine Hand.
Und Hal nahm sie so bereitwillig wie ein Kind das seine Mutter erkennt. Er brauchte nicht zu wissen wer es war. Berauscht vom Glück sah er in Hrokis wunderschöne graue Augen, die ebenfalls feucht geworden waren. Ihr Lächeln war zum ersten Mal seit langem frei. Frei von dunklen Gedanken die es immer versucht hatte zu verbergen. Da standen sie Hand in Hand, und konnten sich nicht an der Menge satt sehen, die den Kessel zum bersten brachte. Mutter Hamal und ihre Priesterinnen standen wie versteinert da. Unschlüssig was sie bei der aufgebrachten Menge tun sollten. Igmund dagegen tat Hal nachdem er sich gefasst hatte fast schon Leid. Sein Gesicht war komplett grau geworden, und er schien um mehrere Jahrzehnte gealtert zu sein. Es war vorbei. Die Dynastie stolzer Jarl angeführt von Raemund dem Streiter bis zu Igmunds Großvater Igmar war Geschichte. Langsam aber sicher hatte sich ganz Reach das hier versammelt war im Jubeln, Schreien und Toben verausgabt, sodass Mutter Hamal sich nach langer Weile räuspern und das Wort erheben konnte. Als ihre Stimme wieder im Kessel erklang, wurde es wieder still. Leider. Hal und Hroki hätten es gerne noch weiter beobachtet.
"Das Volk hat entschieden." sagte Mutter Hamal mechanisch. Offenbar schien der Ausgang des Jarlthings auch sie mitgenommen haben. "Hal Windspalter hat das Jarlthing mit knapper Mehrheit von 5 Stimmen zu vier für sich entschieden, und ist damit der neue Anwärter auf den Thron der Trauer und die Krone von Reach." Erneut fing Markarth an zu toben. Doch bevor es noch lauter werden konnte, unterbrach die Hohepriesterin die Menge sofort, als sie befürchtete nicht mehr zu Wort zu kommen. "Nun..." fuhr sie fort und wandte sich an Hal. "Ich frage euch Hal Windspalter: Nehmt ihr die Wahl an?" "Hohepriesterin, ich nehme die Wahl an." sagte er und neigte den Kopf, während er im Seitenwinkel Hroki anlächelte und ihre Hand drückte. "Und ihr Igmund?" fragte Mutter Hamal und sprach ihn zum ersten Mal nicht mehr mit seinem Titel an. "Erkennt ihr das Ergebnis an?" Igmund brauchte einige Zeit ehe er antwortet konnte. "Ich akzeptiere die Entscheidung des Volkes." brachte er gepresst aus seinen Lippen hervor, während er die Fäuste ballte und die Augen schloss. Offenbar rang er nach Fassung. Hal konnte es ihm nicht verdenken. "Damit ist es nun amtlich." sagte Mutter Hamal. "Hal Windspalter wird als nächster Jarl von Reach gekrönt werden. Sobald die Krone sein Haupt berührt wird er als unser neuer Jarl den Thron der Trauer besteigen. Damit wird in Reach eine neue Zeit anbrechen, die...."
Während sie sprach, liess Hal Hrokis Hand los und beugte sich zu Appianus dem er noch nicht hatte antworten können. "Wenn ich es nicht wüsste, würde ich wollen das ihr mich segnet. Aber so muss es wohl sein, Appianus Novem."
Plötzlich und zu seiner Überraschung drehte sich Mutter Hamal um und unterbrach ihre Rede. "Was habt ihr gesagt?" fragte sie scharf. Igmund, Hroki, die Priesterinnen, Appianus und alle anderen die auf der Plattform standen, starrten aufmerksam zu ihnen. Auch das Volk tat es, wo sich langsam Unbehagen breitmachte. Denn man konnte Hal und Mutter Hamal im ganzen Tal hören. "Das ich wollen würde das er mich segnet, Hohepriesterin." sagte Hal höflich, obwohl er sich von ihrer schroffen Frage vor dem ganzen Volk etwas vor den Kopf gestoßen fühlte. Sie blickte ihn daraufhin eine Weile stumm an, tauschte abwechselnd Blicke mit den anderen Priesterinnen aus und sagte dann: "Ich befürchte das ist leider nicht möglich, Hal Windspalter." "Wie es ist nicht möglich?" fragte Hroki empört. "Der Jarl von Reach wird vor seiner Krönung immer gesegnet!" Auch im Volk gab es Eiferer die seiner Geliebten Recht gaben. Doch diese Empörung wurde plötzlich durchbrochen. "Nicht zwangsläufig!" rief Igmund auf, und Hal sah verdutzt plötzlich Leben in ihm wieder aufflammen. "Ja. Ihr habt richtig gehört Windspalter. Ihr könnt nicht einfach gesegnet werden!" Und dann schob sich Häme in seine Lippen. "Wie konnte ich das nur vergessen?" Der eigentliche Sieger blickte abwechselnd zu seinem Widersacher und dann zur Hohepriesterin. "Stimmt es was er sagt, Mutter?" Mutter Hamal brauchte einen Moment ehe sie antwortete. "Ich fürchte ja." seufzte sie widerstrebend. "Es gibt ein altes ungeschriebenes Gesetz in Reach, wonach der Anwärter auf den Thron der Trauer nur vor seiner Krönung gesegnet werden kann, wenn er sich einer Prüfung unterzieht." "Ich höre." sagte Hal während er verdrossen dachte: "Noch eine? Die wievielte ist das jetzt?" Doch anstatt zu sprechen, blickte Mutter Hamal hoch. Weit, weit hoch, als sei die Antwort im Himmel zu finden. Zuerst dachte er sie würde sich über ihn lustig machen, doch dann folgte er ihrem Blick und legte den Kopf in den Nacken. "Oh nein." sagte er als er begriff was sie meinte. Hoch über Markarth stand der höchste Berg von Reach. Die Karthkrone. Ein weiße Schicht aus Eis und Firn machte sie so majestätisch, als sie sich im schwachen Licht der Sonne wie eine Göttin mit silbernem Haupt über der Stadt erhob. Wasserfälle flossen wie Tränen von ihrem Gipfel in das große Tal herunter, was ihm auch zu jenem Namen verholfen hatte. Tal der Trauer. "Oh nein." wiederholte Hal. "Das kann nicht euer Ernst sein." "Ich fürchte es ist mein voller Ernst." sagte die alte Nord in der Robe und blickte ihn besorgt an. "Ihr habt sicher von dem Weg der Jarl gehört?" "Gehört ja. Aber ich habe es nie damit in Verbindung gebracht." sagte er und hatte das Gefühl vor der Offenbarung die sich ihm auftat zu schrumpfen. "Als Kinder durften wir nie in die Nähe des Eingang gehen, der immer von der Wache bewacht wurde." Seine Gedanken wanderten zu jenen in den Berg gehauene Treppen die links neben der Cidnah Mine begannen. "Ja dort beginnt der Weg der Jarl." sagte Mutter Hamal und blickte hoch. Sie musste seine Gedanken erraten haben. "Seit alter Zeit war es eine Prüfung für kommende Herrscher in Form einer Pilgerfahrt. Ähnlich der die Gläubige auf der Suche nach Erleuchtung antreten, wenn sie den Hals der Welt besteigen. Vor seiner Krönung musste jede Anwärterin und jeder Anwärter den Berg über die 5000 Stufen besteigen und an jeder der Neun Schreine der Göttlichen ein Feuer entfachen und jeweils eins von neun Opfern darbringen. Am Rauch von den einzelnen Schreinen konnten die Bürger Reachs unten in Markarth dann erkennen, ob ihr künftiger Jarl auch jeden Schrein besucht und sein Opfer erbracht hatte." "Warum weiss das einfache Volk davon nichts?" wollte Hroki an seiner statt wissen.
"Weil es niemanden etwas angeht." sagte Igmund und verschränkte die Arme. "Außerdem reicht es schon wenn das Volk weiss das man versagt. Die Gründe muss es nicht auch noch erfahren." Doch Hal überging das bittere Lächeln nicht das er vor sich hertrug. "Wovon redet er Hohepriesterin?" fragte er während langsam Ärger das ganze Glück von vorhin verdrängte. "Verdammt. Klärt mich endlich auf!" Sie brauchte eine Weile ehe sie antworten konnte. "Habt ihr euch nie gefragt warum Igmund und sein Vater Jarl Hrolfdir in ihrer Herrschaft das Pech wie der Unrat die Fliegen angezogen haben?" fragte sie und blickte ihn an. Er brauchte eine Weile bis er sich die Bedeutung ihrer Worte zusammenreimen konnte. "Ihr meint.... Sie haben den Weg der Jarl nicht beschritten?" "Endlich hat er es erraten." sagte Igmund lakonisch und klatschte in die Hände. "Richtig Windspalter. Weder ich noch mein Vater haben es getan." "Und warum wenn ich fragen darf? Warum habt ihr die Götter verärgert und so Unglück über eure Herrschaft gebracht?" fragte er und kniff die Augen wütend zusammen. Igmund warf die Hände in die Höhe als er ihn anstierte. "Warum? Warum? Was glaubt ihr denn? Um unsere Herrschaft nicht zu gefährden natürlich! Was denn sonst?" Hal blickte weg. Ja natürlich. Das machte Sinn. "Ist es so schwer?" sagte er und blickte zu Mutter Hamal. "Ich fürchte ja." antwortete sie knapp. "Ihr müsst den Berg in zwei Tagen und einer Nacht besteigen und an jedem der Neun Schreine das Opfer erbringen und die Gebote sprechen. Und ihr müsstest spätestens bis Sonnenuntergang des darauffolgenden Tages wieder hier sein. Sonst erlischt euer Anspruch auf den Thron." "Und wann soll ich beginnen?" fragte er matt.
"Wenn ihr euch dafür entscheidet, dann am besten sofort. Ihr verliert sonst Zeit"
"So Windspalter." sagte Igmund scharf, und drängte Mutter Hamal zur Seite. Seine Gesicht hatte jede Häme verloren. Er klang nunmehr zornig als er sich vor Hal aufbaute, der seinerseits von der Wucht der Nachricht geschockt war.
"Ihr wolltet wissen wie es ist Jarl zu sein. Nun das ist eure erste Entscheidung. Entscheidet! Und solltet ihr die selbe Wahl wie ich damals treffen, dann beglückwünsche ich euch zur Erkenntnis eurer ersten großartigen Amtshandlung. Nämlich zu erkennen wie schwierig es ist Jarl sein. Aber dafür musstet ihr einen Bürgerkrieg der Hunderten Bürgern das Leben kostete vom Zaun brechen und anschließend ein veraltetes Instrument rausholen um euch von einer knappen Mehrheit legitimieren zu lassen. Nicht wahr?" Er wies mit der flachen Hand in die Menge. "Da liegt euer vereinigtes Reach. Viel Spaß damit!" Hal zog sich zurück. Hroki nahm ihn an der Schulter und warf Igmund einen bitterbösen Blick zu. "Es geht Hroki, danke." sagte er und holte tief Luft. "Tu es nicht. Hal." flüsterte sie und umarmte ihn, während sie ihre Gesichtshälfte an seine presste. "Vielleicht hatten Igmund und Hroldir einfach nur Pech." Er schwieg während er dem Volk lauschte, dass sich in Zurufen es zu tun oder nicht zu tun überbot.
"Ich muss Hroki." sagte er nach einer Weile. "Und nein ich glaube Mutter Hamal sagt die Wahrheit. Wenn ich es nicht tue, dann kann Igmund gleich Jarl bleiben. Wenn Respekt und Ehrerbietung das ist was die Götter wollen, wer bin ich das ich dies ihnen versage wenn ich Jarl dieses Landes werden will." Darauf sagte Hroki nichts. Sie schien etwas sagen zu wollen, als sie zu sich und Hal runterblickte, fing sich aber dann wieder. "Komm wieder zurück." flüsterte sie und gab ihm einen Kuss. "Das werde ich." sagte er weich und löste sich langsam von ihr. Er blickte zuerst Igmund und dann Mutter Hamal an. "Ich habe mich entschieden. Und ich danke euch Igmund für eure Warnung. Ich werde nicht den Fehler begehen den ihr gemacht habt und die Götter verärgern. Deshalb ja..." Er trat vor Mutter Hamal.
"Ich beschreite den Weg der Jarl."

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Re: Innenstadt und Marktplatz von Markarth

Beitrag von Appianus Novem am So Dez 10, 2017 9:58 pm

Fredas, 13. Abenddämmerung
8:45 Uhr morgens

Die Kopfschmerzen kamen ein wenig wieder, als die Wand aus Lärm ein weiteres Mal den Alten überrollte. Novem hielt sich kurz den Kopf. Ein wildes Pochen hinter den Schläfen hielt ihn etwas außerhalb von dem Geschehenen, obwohl er mittendrin stand - alles um ihn herum, all die Schreie, all das Glück, die besinnungslose Freude schien ihm nur noch mehr zu sagen, dass er hier nicht hergehörte. Hal, der - baldige - Jarl von Reach, der wie überwältigt vor der Menge stand - sie hatten sich so gestritten. Er gehörte hierher, Novem nicht. Dann, endlich, wurde der Jubel unterbrochen, Mutter Hamal sprach, Hal sprach Novem an - und dann plötzlich dieser Zank, dieses Getue. Novems Kopfschmerzen, gerade ausgestanden, begannen von Neuem. Hal versprach, dem Weg der Jarl zu folgen.
Novem blickte Hal an. Seine Stirn runzelte sich. "Mutig", war das Erste, was er aussprechen konnte, mehr fiel ihm zuerst nicht ein. Dann legte er Hal den Arm auf die Schulter, und mehr brach aus ihm hervor. "Die Göttlichen sind nicht so grausam, wie manch einer glaubt. Sie werden dir keinen Segen verwehren, nur weil du einen Weg nicht beschreitest. Sie haben es nicht nötig, sich so an den Sterblichen großzutun. Und es gibt keinen Grund, dass du dieses Leid auf dich nimmst, und keiner deiner Bürger hier."
Unverwandt blickte er Mutter Hamal an. Seine Worte aber gab er weiter an Hal. Er war sicher, die Priesterin würde ihn nicht hören. "Wenn du es tun willst, um deine Herrschaft zu legitimieren, dann tu es eben. Aber denke nicht, du würdest den Göttlichen damit einen Gefallen tun oder ihr Wohlwollen erregen. Das tust du, wenn du als Jarl handelst."
Seine Augen wandten sich wieder Hal zu. "Du weißt, was ich getan habe. Ich habe die Göttlichen beleidigt, ihnen entgegengespuckt, mich ihnen verweigert. Ich habe vor ihren Augen schreckliche Dinge getan, und die Augen haben sie zugedrückt. Habe sie angeschrien, dass ich nicht an sie glaube, sie Gespenster genannt, und sie haben sich die Ohren zugehalten. Denke nicht, dass du den Göttlichen etwas beweisen musst."
Die Kopfschmerzen! Novem stützte sich auf seinen Stock. Er war müde, hatte genug. Er wollte sich hinlegen.
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