Login

Ich habe mein Passwort vergessen!

Suchen
 
 

Ergebnisse in:
 


Rechercher Fortgeschrittene Suche

Die neuesten Themen
» Thronsaal von Nebelschleier
Di Dez 12, 2017 2:44 pm von Silja Schneeschuh

» Marktplatz im Tiefenlandbezirk
Di Dez 12, 2017 1:42 pm von Benethor Brumbart

» Innenstadt und Marktplatz von Markarth
So Dez 10, 2017 9:58 pm von Appianus Novem

» Hals der Welt - Gipfel
So Dez 03, 2017 9:22 am von Paarthurnax

» Silja Schneeschuh
Sa Dez 02, 2017 1:53 pm von Paarthurnax

» Bei der Diebesgilde
So Nov 26, 2017 4:26 pm von Day´rah

» Festung Nordwacht
Do Nov 23, 2017 2:50 pm von Benethor Brumbart

» Schankraum
So Nov 19, 2017 6:50 pm von Crulina

» Schule der Wiederherstellung
Mi Nov 08, 2017 10:24 pm von Paarthurnax

Wer ist online?
Insgesamt ist 1 Benutzer online: 0 Angemeldete, kein Unsichtbarer und 1 Gast

Keine

Der Rekord liegt bei 18 Benutzern am So Aug 13, 2017 8:49 pm

Hexenheilerei

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten

Hexenheilerei

Beitrag von Sheogorath am Mi Nov 30, 2016 10:04 am

Eine Alchemisten zu haben der sich allgemein mit den Pflanzen und ihren Wirkungen auf den menschlichen Körper auskennt ist gut und schön. Aber einen Alchemisten oder in diesem Fall eine Alchemistin zu haben ist noch besser.
Eine solche Frau ist die alte Bothela, die nach Ansicht der Bewohner der Stadt schon immer da war und immer da sein wird.
Die Reikmannin hat in ihrem Leben viel gesehen. Sie kennt alle Pflanzen die in Reach wachsen, samt ihrer Geheimnisse.
Vielleicht wird sie deshalb trotz aller Spannungen zwischen Reikmannen und Nord von allen Bewohnern Markarths sehr geschätzt. Wer Bothela zum Freund hat kann sich glücklich schätzen. Und wer nicht, der hat eben Pech gehabt. Sie nimmt nie ein Wort für den Mund und sagt immer was sie denkt. Anders als viele andere Alchemisten braut sie sogar Tränke, deren Käufer lieber verborgen sein wollen. Um nur den "Trank des Hengstes" als Beispiel zu nennen. Wenn man Bothela auf die Abgeschworenen anspricht, dann seufzt sie nur. Es sei nur der vergebliche Versuch von Teilen ihres Volkes eine Vergangenheit wiederzubeleben, die schon lange Tod ist, sagt sie dann traurig.

avatar
Sheogorath
Admin
Admin

Anzahl der Beiträge : 115
Anmeldedatum : 05.01.15

http://tamriel-rpg.forumieren.com

Nach oben Nach unten

Re: Hexenheilerei

Beitrag von Hal Windspalter am Mi Aug 09, 2017 10:42 am

cf: Badehaus von Markarth

Middas, 4. Abenddämmerung

11:30 Uhr

"Wie lange muss das jetzt weitergehen?" fragte Hroki resigniert mit gesenkten Kopf, als die beiden in einem Hinterzimmer von Bothelas Hexenheilerei miteinander sprachen. "Das Jarlthing ist übermorgen, Liebes." versuchte Hal sie sanft aufzubauen, während er ihre Hände streichelte. "Ich kann nicht mehr." sagte sie. "Ich will nicht mehr, Hal." "Wir können nicht mehr zurück, Hroki. Wir müssen da jetzt durch." Wütend hob sie den Kopf. "Du musst da durch. Ich habe mein Leben ganz dir gewidmet. Aber es dein Kopf über den entschieden wird." Er widersprach nicht. Denn sie hatte Recht. "Meine Familie, Mein Leben. Alles ist nicht mehr was es mal war." "Wäre es dasselbe wenn du in Markarth geblieben wärest, während Thongvors Schreckenherrschaft?" fragte er. Sie schwieg eine Weile bis sie den Kopf schüttelte. "Und was passiert wenn wir verlieren? Die Händler, die Kaiserlichen, die Adeligen und die Stadtwache sind wahrscheinlich gegen uns." "Du vergisst die die uns unterstützen." sagte er mit einem kleinen Lächeln. Er hob ihr Kinn mit seinen Fingern. "Sieh mich an." Sie sah ihn an. "Hroki. Politiker sind die schlimmsten Männer für eine Frau." sagte er geradewegs in ihre Augen. "Ich hätte es dir nicht übelgenommen wenn du mich verlassen hättest." "Ich hab darüber schon nachgedacht." "Das weiss ich. Und doch bist du hier." "Aber wofür Hal?" "Das will ich dir sagen. Bis hierher bist du mir gefolgt. Sollten wir gewinnen wirst du die Frau des Jarls sein. Und als bisher einzige Verwandte auch seine Nachfolgerin. Sollte er sterben." "Und wenn wir verlieren?" Er schwieg einen Moment, liess sie aber nicht aus den Augen. Diese Worte wollte er mit Bedacht wählen. Langsam sollten sie seine Lippen verlassen. Und das taten sie.
"Wenn wir verlieren, dann müssen wir Reach verlassen. Und wenn das passiert, dann bestimmst du ob wir weiter Liebende bleiben und wohin wir gehen. Ich werde deine Entscheidung mittragen. Wie auch immer sie ausfallen mag." Hroki schwieg einen Moment. Bis sie schließlich sagte. "Einverstanden, Windspalter."
"Kinder ihr könnt jetzt kommen." Bothelas alter Kopf schaute zu ihnen ins Zimmer. "Sie warten auf euch."

Der Laden der Hexenheilerei war voller Menschen, als Hal und Hroki gemeinsam vor die versammelten Reikmannen mit Bothela hinter den Tresen traten. Viele von ihnen tranken Bothelas berühmten Kräutermet, den sie stets in kleinen Mengen für ihren Freundeskreis zubereitete. Hal nahm einen der noch leeren Holzhumpen und schlug mit diesem dreimal auf den Tisch um für Ruhe zu sorgen.
"Ich danke euch das ihr so zahlreich hier erschienen seid." sagte er bestimmt. "Wie ihr alle wisst, wird das Jarlthing übermorgen am Fredas dem sechsten der Abenddämmerung stattfinden. Und die Reikmannen sind als eine eigene Wählergruppe für das Thing eingetragen. Das haben wir in den Verhandlungen mit dem Kaiserreich durchgesetzt." Von einigen war zustimmendes Raunen zu vernehmen. "Deswegen bin ich auch hier, um euch um eure Stimme zu bitten." sagte Hal. "Igmund hat unter den Mächtigen viele Unterstützer. Aber die Lage ist nicht hoffnungslos. Denn die Unterstützung der Armen hat er diesmal nicht. Oder sieht das hier jemand anders?" fragte er in die Runde. Ein junger Reimanne der vermutlich in seinem Alter war, trat vor. "Das mag alles sein, Hal. Aber warum sollten wir deshalb dich wählen?" Cosnach. Das war sein Name. Hal erinnerte sich. Der Anführer der Widder holte tief Luft. Wiederholte sich die Geschichte schon wieder? "Ich weiss was ihr denkt." erwiderte er Ernst. "Ich habe viele Abgeschworene getötet. Ich habe es nicht gern gemacht. Aber ich musste. Sie standen in meinem Weg. Hätte ich versuchen sollen mit ihnen zu reden? So wie es Hrolfdir tat und scheiterte? Was meint ihr?" Seine funkelnden Augen ruhten auf Cosnach. Der widerstand dem Blick. "Ich hätte das gleiche an deiner Stelle gemacht." blockte dieser kühl ab. "Sie waren wahnsinnig geworden und nicht mehr zu retten. Dennoch waren sie auch unsere Verwandten. Und wir können darüber nicht so einfach hinwegsehen. Ich glaube diesbezüglich sind sich hier alle einig." Er schaute in die Runde der Reikmannen. Zustimmendes Nicken und Raunen antwortete ihm.
Hal wollte was sagen, doch Cosnach schnitt ihm das Wort ab.
"Ich weiss was du jetzt sagen willst. Thongvors Tod, Bothelas Rettung durch deinen Vater vor 25 Jahren, dein Pakt mit Ainethach bei dem du gestern im Badehaus gegenüber Reburrus bewiesen hast das du ihn ehrst. Wir sind in einer Zwickmühle, Windspalter. Wir hassen dich dafür das du unsere Verwandten aus dem Weg geschafft hast. Andererseits können wir nicht ignorieren das du auch gute Dinge für uns getan hast. Es ist eine schwere Entscheidung für uns. Denn wer weiss ob du dich nur wegen dem Jarlthing so gut verhälst. Hast du als Stadtwache damals den Reikmannen in Markarth geholfen? Ich kann mich nicht erinnern." "Ich habe auch nichts getan was euch geschadet hat." "Das stimmt." sagte Bothela zunächst zu seiner Erleichterung. "Doch diese Tatsache kann unsere Entscheidung weder positiv noch negativ beeinflussen. Sondern garnicht." "Wir haben zum Beispiel auch überlegt, ob wir uns alle einfach enthalten." fuhr Cosnach fort. "Weder für dich noch für Igmund stimmen. Das beschreibt unsere Stimmung nämlich am besten. Und wenn es zu einem Patt zwischen euch beiden kommt, dann soll es so sein. Was geht es uns denn an?" Hal schwieg eine geraume Weile bis er antworten konnte. Er blickte zu Hroki. Sie zu ihm. Und dann fasste er nach ihrer Hand. Sie griff zu. "Ich glaube ihr kennt jedes einzelne Argument das ich vorbringen könnte. Und ich kann euren Zorn über mich, über die Nord und über die Verhältnisse insgesamt verstehen." sagte er und blickte alle der Reihe nach an. "Aber ich bitte euch zu bedenken, dass ich die Widder genau aus diesem Grund gegründet habe. Um die Verhältnisse zu verbessern. Auch eure. Deswegen bitte ich euch eure Stimme nicht wegzuwerfen. Denn all die Jahre hattet ihr unter den Nords keine. So wie die Nords keine hatten als euer Volk wieder Reach regierte. Wir müssen uns alle eingestehen das Reikmannen und Nords beide zu diesem Land gehören wie die Wacholderbeeren und seine Schluchten. Keiner kann ohne den anderen hier leben. Das würde sich auch nicht ändern wenn die Reikmannen wieder die Macht ergreifen würden. Ich möchte diesen Konflikt mit euch zusammen lösen. Möchte das ihr mit Nords und Orks in diesem Land in Harmonie zusammenlebt. Seht eure Stimme beim Jarlthing als einen Anfang an. Oder als Ende davon. Es ist eure Entscheidung." Und dann schritt er mit Hroki langsam Hand in Hand aus der Hexenheilerei hinaus.

Lange sollte dort noch Schweigen herrschen, bis Cosnach zu Bothela blickte. "Schau mich nicht so an." herrschte sie ihn an. "Ich bin zu alt für sowas. Ihr seid jetzt am Zug!"

tbc Tal der Trauer/ Lager der Widder vor den Ställen und dem Haupttor

_________________
"Wir nehmen unser Schicksal selbst in die Hand, und wir werden nicht aufgeben bis das Volk von Reach auch selbst Reach regiert."

Hal Windspalter bei  der Karthspitze
im Jahre 4Ä 201 
avatar
Hal Windspalter

Anzahl der Beiträge : 17
Anmeldedatum : 09.05.15

Nach oben Nach unten

Re: Hexenheilerei

Beitrag von Appianus Novem am Di Sep 12, 2017 8:04 pm

cf Schankraum der Herberge Alt-Hroldan

Sundas, 8. Abenddämmerung
11:15 Uhr Morgens

"Eure Reise hat ein Ende."
So viel hatte Appianus Novem noch gehört. Seine Reise hatte ein Ende. Das erste Mal seit vielen Jahren konnte er dem Glaube schenken - seine Reise war vorbei.
Sein ganzer Körper schmerzte, zerschlagen, geschunden und vernichtet. Es war wenig übrig von ihm. Das Mädchen war seine Tochter gewesen. Er fühlte sich gut, zufrieden.
Von der Reise merkte er überhaupt nichts. Während die Männer in Grün ihn nach Markarth brachten, schlief er seit langer Zeit wieder durch. Eine vollkommene Erschöpfung hatte sich in ihm breitgemacht. Um seinen Hals spielte die Kette der Neun - der Acht Göttlichen, die er da hatte, und flüsterte zart an seiner Haut vorbei, viel mehr merkte er nicht - außer den wärmenden Strahlen der Sonne, die ihn langsam auftauten. Es war viel wert.

Als er erwachte, umzog seinen Kopf noch eine angenehme Müdigkeit wie ein Schleier. Er fühlte sich wie nichts - war er doch nichts, war er doch befreit. An seiner Bettkante saß Hal Windspalter.
Kurz atmete er erschrocken auf - der Junge, der ihn abgeholt hatte, die Widder - Hal hatte ihn wirklich gejagt? Dann hatte er etwas mit ihm vor. Er hatte Schlimmes getan. Vielleicht fand seine Reise wirklich ein Ende. Na und?
Er schlug die Augen auf - diesmal blieben sie geöffnet, und blickte den Anführer der Widder an. Er sprach kein Wort.
avatar
Appianus Novem

Anzahl der Beiträge : 28
Anmeldedatum : 30.05.17

Nach oben Nach unten

Re: Hexenheilerei

Beitrag von Hal Windspalter am Di Sep 12, 2017 10:20 pm

cf: Höfe, Ställe und Sleggwart Mine - Lager der Widder von Markarth/Umland von Markarth (Tal der Trauer)

Sundas, 8. Abenddämmerung
11:20 Uhr Morgens




Hal wusste alles. Er hatte den Brief gelesen. Hatte sich angehört welches grausame Regime Halmar an der Karthspitze geführt hatte, hatte von Eydis über Joric grob von den Vorgängen in dem Zimmer der Herberge erfahren, und schließlich selbst Appianus zu Gesicht bekommen. Der Alte war ziemlich zugerichtet worden. Und es war dieser schreckliche Gesundheitszustand, der den Anführer der Widder in seiner Vermutung bestätigte. Verdiente er es? Ja durchaus. Doch Hal kümmerte das nicht. Auch Halmar hätte für seine Taten den Tod verdient gehabt. Der Anführer der Widder hatte in seinen Reihen viele ehemalige Verbrecher. Darunter Diebe, Hehler und Auftragsmörder. Keine gute Gesellschaft. Nein durchaus nicht. Doch Hal glaubte in eine zweite Chance. Ja mehr noch. Er glaubte sogar durch eine starke Hand all diese Protagonisten für das größere Wohl nämlich  die Befreiung und Reformierung von Reach einzuspannen. Ehemalige Diebe wurden Kundschafter, Hehler zu Quartiermeistern und Auftragsmörder zu Geheimmännern. Solange diese Kräfte was zu tun bekamen, wodurch sie selbst finanziell profitierten und doch gleichzeitig ihre alten Kontakte spielen lassen konnten, gewannen beide Seiten etwas davon. Halmar war als Auftragsmörder das beste Beispiel. Er hatte Kontakte zur Dunklen Bruderschaft und mochte nichts auf der Welt so sehr wie das Töten. Was machte man mit so einem. Man machte ihm zum Chef seines Geheimdienstes. Doch dieser Geheimdienst durfte sich nicht gegen das einfache Volk richten. Sondern nur gegen den Feind von außen. Für Männer von Halmars Kaliber die Thalmor. Was an der Karthspitze passiert war, gefiel Hal garnicht. Er würde Sorge tragen, dass es sich nicht wiederholte. Und dafür würde er ab sofort sobald dieses Jarlthing gewonnen war, Halmar nicht mehr von der Seite weichen lassen. Dessen Augenmerk waren ab sofort die Agenten des Aldmeri-Bundes.

Aber was machte man mit einem ehemaligen Vergewaltiger der sich als Priester ausgab wie der da vor ihm im Bett. Gab man ihm auch eine zweite Chance? Oder tötete man ihn? Er hatte nie zu den Widdern gehört. Eine zweite Chance schied also aus. Aber eine Tötung war ebenfalls unverhältnismäßig. Hal war nicht dabei gewesen. Es war nicht in Reach passiert.Die Sache ging ihn also nichts an. Er wollte auch damit nichts zu tun haben.
Doch bezahlen musste Appianus Novem trotzdem.

"Na gut geschlafen, ..........Vater?" fragte er trocken, als der Alte die Augen öffnete und ihn anblickte. Das letzte Wort sprach er wie damals bei ihrer ersten zweifelhaften Begegnung aus. Doch dieses Mal konnte ihn der vermeintliche Priester nicht Paroli bieten. Hal wusste alles. Und er würde alles aber auch alles zur Sprache bringen, wenn Appianus ihm nur den Grund dazu gab. Es verging eine Weile beiderseitigen Schweigens, bevor Hal weitersprach ohne den Alten aus den Augen zu lassen "Ich wüsste gerne was Ulfric Sturmmantel mit euch machen würde, wenn er von euren früheren Umtrieben erfahren und anschließend euren sehr aufmerksamen Brief gelesen hätte. Vermutlich hätte er euch in Windhelm öffentlich hinrichten lassen. Ein Mann der Ehre wie der Jarl von Ostmarsch macht mit jemanden mit eurer Vergangenheit kurzen Prozess. Was würde Hal Windspalter wohl mit euch machen?...." Er machte eine lange Kunstpause. "Wartet. Ich weiss es.... Er würde an einem warmen Bett sitzen, in dem ihr nach einem langen geruhsamen Schlaf wieder aufwacht."
Sein Blick bohrte sich in den Novems.
" Ulfric würde euch stattdessen die Gerechtigkeit geben die ihr verdient. Und dabei würde er sich mächtig und gerecht vorkommen. Aber das unterscheidet ihn von mir. Weil ich keine Gerechtigkeit für etwas geben kann für das ich nicht bestimmt bin Recht zu sprechen." Dann blickte mit verschränkten Armen zur Decke hoch.
"Zudem werde ich euch nicht den Gefallen tun euch das Leben zu nehmen. Dieses Recht steht nur feineren Herren wie Thongvor Silberblut zu. Ihr seid schon längst halb tot. Warum soll ich mir da noch die Mühe machen, das letzte Quentchen Leben aus euch herauszupressen. Das schafft ihr auch ohne mich.... Außerdem..." Abschätzend blickte er auf Appianus und dessen Verletzungen runter. ".....geht mich eure Vorgeschichte einen feuchten Kehricht an. Wenn ihr aber meine ehrliche Meinung dazu hören wollt..." Er beugte sich leicht zu Appianus vor. "Ihr habt bekommen was ihr verdient habt." sagte er leise. "Aber das wisst ihr sicher selbst... Also Vater..." Erneut sprach er das Wort spöttisch und gezogen aus. "Warum glaubt ihr seid ihr hier?"

_________________
"Wir nehmen unser Schicksal selbst in die Hand, und wir werden nicht aufgeben bis das Volk von Reach auch selbst Reach regiert."

Hal Windspalter bei  der Karthspitze
im Jahre 4Ä 201 
avatar
Hal Windspalter

Anzahl der Beiträge : 17
Anmeldedatum : 09.05.15

Nach oben Nach unten

Re: Hexenheilerei

Beitrag von Appianus Novem am Fr Sep 15, 2017 9:25 pm

Sundas, 8. Abenddämmerung
11:20 Uhr Morgens

Appianus' Augen fixierten Hal, doch blieben gläsern - der Priester stierte durch den Heerführer nur so durch. Kurz schien er begreifen zu müssen - so lange hatte er geschlafen, verkrustetes Blut bedeckte Haut und Haare noch immer in kleinen Krümelchen - sein Knie, er merkte es kaum unter der Decke. Er versuchte eine Bewegung. Schmerzen riefen ihn zurück. Es war nutzlos.
Er war am Leben.
Seine Hand tastete sich an seinem Brustkorb vor nach oben, fühlte die Rippen und Schlüsselbeine, die sich durch die Haut durch pressten - dann endlich ergriffen sie sein Halsband, das unverändert da hing. Acht kleine Anhänger umspielten seine Finger, er ließ sie hindurch fließen und wie Wellen vor und zurück gleiten. Jeden einzelnen Anhänger betastete er. Einer fehlte. Er blickte Hal an.
Jetzt waren seine Augen wacher - was wenig zu sagen hatte. Langes Leid stand ihm in die grauen Kügelchen unter seinen Wimpern geschrieben. Eine einzelne Träne presste sich hervor, doch zu mehr kam es nicht. Es war relativ viel, gerade zu erwachen und direkt eine solche Rede zu hören zu bekommen. Seine Hand ließ das Halsband los.
"Ich habe viele schlechte Dinge getan", sagte Appianus Novem, klar und deutlich. "Bin mir selber nicht sicher, wie viel Ihr darüber wisst. Schreckliche Dinge habe ich getan." Er sackte zurück auf seine Liege. "Als ich die Reise, meine Flucht, begann, hätte ich ahnen können, dass all das zum Scheitern verdammt war, wie es gerecht ist. Nun bin ich gescheitert, liege hier vor euch, und frage mich auch: Warum bin ich - warum bin ich noch hier?"
avatar
Appianus Novem

Anzahl der Beiträge : 28
Anmeldedatum : 30.05.17

Nach oben Nach unten

Re: Hexenheilerei

Beitrag von Hal Windspalter am So Sep 17, 2017 11:12 pm

Sundas, 8. Abenddämmerung
11:30 Uhr Morgens

Fast bereute Hal diese Worte gesagt zu haben. Der Alte sah so zerbrechlich im Bett aus. Fast als würde man mit jedem Wort seine Kehle enger zuschnüren, und damit tatsächlich das Leben aus seinem Zerrbild eines Körpers nehmen. Doch sie waren nun ausgesprochen. Der Anführer der Widder konnte sie nicht mehr zurücknehmen. Und ehe er es sich versah, war das auch gut so. Es hatte ihn lange gewurmt. Der Streit mit Appianus dessen Auslöser die Differenzen mit den Priesterinnen von Dibella waren, was er nach der Geschichte sogar irgendwo noch nachvollziehen konnte. Aber dann der Brief. Der Vorfall an der Karthspitze. Und zu guter Letzt die Vorfälle in seinem alten Hof wo er als Schankjunge aufgewachsen war. Es war einfach alles zu viel gewesen, und hatte sich in ihm schon lange wie Wasser in einem Kessel aufgestaut. Es hatte rausgemusst. Und deshalb stellte er auch nicht ohne Genugtuung fest, dass der Alte sein unrühmliches Zutun eingestand.
"Ich weiß genug." sagte er knapp. Und blickte den alten Mann prüfend an. "Genug um zu wissen, dass ich darüber nicht mehr wissen möchte." Schlagartig lief die Geschichte wie ein Fluss an Bildern in seinen Gedanken vorbei. "Wir alle zahlen eines Tages den Preis für unser Tun, Appianus. Auch ich. Auch ich werde einen Preis für die Widder-Rebellion, ihre Toten und ihr Leid zahlen. Aber ich hoffe das mich die Geschichte am Ende freisprechen wird."
Er begann seine Hände zu kneten. "Ihr dürftet mittlerweile wissen was die Widder sind. Es war das Volk von Reach das diese Rebellion vorantrieb. Und mit ihm auch eine ganze Reihe von Verbrechern." Er stützte seine Hände auf seinen Knien ab, als dass er nicht mehr wusste wohin mit ihnen. "Mein Ziel war es ihnen mit den zugewiesenen Aufgaben dabei zu helfen wieder Teil dieser Gesellschaft zu werden, die sie so ´ehrenvoll´ ausgestoßen hat. Ihre zwielichtigen Fähigkeiten sollten dabei dem Volk zum Vorteil gereichen. Es sogar zu schützen..."
Er machte eine lange Pause, die er dazu verwendete auf Appianus Verletzung zu stieren, ehe er weitersprach.
"Aber dann habt ihr mir bewiesen, wie leicht dieser Plan schief gehen kann. Wie schnell er sich gegen das eigene Volk selbst richtet wenn man nicht Acht gibt.
Und das ausgerechnet bei meiner ´linken Hand´..."

Dann wanderte sein Blick endgültig zu Appianus bleichen Augen hoch.
"Ihr habt die Widder für einen Dienst in Anspruch genommen, Appianus, den nicht einmal ich von Halmar verlangt hätte. Einen Mord an einfachen Bürger zu versuchen..."
Er schüttelte den Kopf, während sein Blick eisiger wurde und er die
Sprache wiederfand.
"Ihr habt in ihm die alte Mordlust wie ein Feuer geschürt. Ihn auf diesen Uriel Michaelius wie einen räudigen Köter auf ein Stück Fleisch angesetzt. Und dafür werdet ihr bezahlen, Appianus Novem. Bezahlen das ihr die Widder für einen Mordversuch missbraucht habt. Deshalb und nur deshalb seid ihr hier..."

_________________
"Wir nehmen unser Schicksal selbst in die Hand, und wir werden nicht aufgeben bis das Volk von Reach auch selbst Reach regiert."

Hal Windspalter bei  der Karthspitze
im Jahre 4Ä 201 
avatar
Hal Windspalter

Anzahl der Beiträge : 17
Anmeldedatum : 09.05.15

Nach oben Nach unten

Re: Hexenheilerei

Beitrag von Appianus Novem am Mi Sep 20, 2017 8:31 pm

Sundas, 8. Abenddämmerung
11:30 Uhr Morgens

Novem hörte zu, nickte. Sein Gesicht zeigte nur wenig Regung. Er stimmte zu. Langsam kam Leben in seine Beine zurück, langsam spürte er die Schmerzen wieder stärker - er spannte seine Beine etwas an, bohrte die Fersen in den weichen Stoff des Bettes, um sich etwas hochzuschieben. Sein Knie, das linke, wie er erst jetzt zu merken schien, war verbogen, zertrümmert, in Schutt und Asche. Als er versuchte, Druck darauf aufzubauen, stöhnte er auf, verzog das Gesicht. Es war besser geworden, aber noch nicht gut - und das würde es wohl kaum noch werden. Er spannte sein Bein noch einmal an. Das zweite Stöhnen fiel leiser aus.
"Ein Verbrecher bleibt ein Verbrecher", sagte er heiser, mit wenig Kraft hinter der Stimme, die wie das Flattern eines Pergamentstreifens im Windzug klang. "Eine Krankheit prägt einen Menschen für immer. Man kann das nicht ungeschehen machen." Er saß etwas aufrechter als vorhin, atmete kurz - seine Lunge schien wie geschrumpft und zusammengefallen, wenig Luft konnte er holen. "Ich habe keine Hoffnung, dass die Geschichte mich freisprechen könnte, und Halmar ebenso wenig, denke ich. Die Geschichte hat keinen Grund, uns freizusprechen. Ich wäre nicht unglücklich, wenn man mich vergisst." Seine Hände rieben über seine Augen, massierten die runden Kügelchen, strichen die Haut für einen kurzen Moment glatt. "Auch wiedergutmachen kann ich es nicht, und er auch nicht. Es ist geschehen, und das kann man nicht ungeschehen machen. Ich kann nur auf Gnade hoffen." Nun, endlich, blickte er Hal an - und zwar offen, deutlich, ohne durch ihn hindurchzublicken. "Ich kann nichts wiedergutmachen. Ich habe jede Strafe verdient, die du mir geben willst, und ich werde jede tragen. Das tue ich für dich. Niemandem wird dadurch geholfen, denke ich. Alles, was ich tun kann, ist, nie wieder so etwas zu tun."
avatar
Appianus Novem

Anzahl der Beiträge : 28
Anmeldedatum : 30.05.17

Nach oben Nach unten

Re: Hexenheilerei

Beitrag von Hal Windspalter am Sa Sep 23, 2017 10:24 pm

Er verschränkte die Arme und hörte dem alten Mann zu. Keine Regung erfolgte. Lange sollte er so sitzen bleiben. Ohne sich zu bewegen. Seine Augen waren starr auf den Priester gerichtet. Doch sie durchbohrten ihn nicht. Stattdessen blickten sie nun fast teilnahmslos. "Gut." sagte er mit Nachdruck. "Ich begrüße deine Reue, auch wenn sie mich persönlich nichts angeht. Nicht jeder Verbrecher hat Einsicht gezeigt. " sagte er zögerlich, nahm aber die Duzform des Alten sofort an."Halmar würde keine Reue zeigen, obgleich er seine eigene Brutalität nicht verleugnet." seufzte Hal, und wandte sich nach einer Pause in Gedanken wieder dem falschen Priester zu. "Was deine Strafe angeht... Nun ich würde es weniger eine Strafe nennen. Eher eine Bezahlung für die Dienste für die du die Widder in Anspruch genommen hast. Und wenn es auch ein misslungener Mordversuch war. Es ist und war ein Auftrag der die Ausschaltung von Uriel Michaelius oder zumindest dessen Festnahme zum Ziel hatte. Letzteres hat Halmar zumindest bis zu meinem rechtzeitigen Eingreifen zeitweilig veranlasst. Deshalb ist der Auftrag auch von dir zu vergelten...."
Er nahm Appianus lange in den Mangelblick. "Ich möchte als Entschädigung das du beim Jarlthing die Wahlgruppe der Reikmannen und ihr Wahlverhalten überwachst. Jede einzelne Priesterin der Dibella wird von jeder Gruppe am Ende das Ergebnis bekanntgeben. Igmund und ich dürfen aber einzelne Wächter ernennen, die prüfen ob die Priesterinnen bei ihrer Arbeit unparteiisch auftreten. Sind sie es musst du das Ergebnis bestätigen. Sind sie es nicht, musst du es anfechten. Ich fordere nur diese eine Aufgabe von dir. Wenn du sie wie aufgetragen erfüllst, kann du in Reach bleiben oder gehen wie du willst. Mir ist beides Recht. Nach dem Jarlthing sind wir dann endlich quitt Appianus Novem. Ob ich nun Jarl werde oder nicht."

_________________
"Wir nehmen unser Schicksal selbst in die Hand, und wir werden nicht aufgeben bis das Volk von Reach auch selbst Reach regiert."

Hal Windspalter bei  der Karthspitze
im Jahre 4Ä 201 
avatar
Hal Windspalter

Anzahl der Beiträge : 17
Anmeldedatum : 09.05.15

Nach oben Nach unten

Re: Hexenheilerei

Beitrag von Appianus Novem am Di Sep 26, 2017 5:24 pm

Sundas, 8. Abenddämmerung
11:30 Uhr Morgens

Novem schüttelte den Kopf. "Mir wäre es lieber, wenn du es weiter eine Strafe genannt hättest. Ich habe deine Organisation zu einem schlechten Zweck missbraucht, dass du dafür noch eine Belohnung willst, tut dir nicht gut."
Kurz rückte er das Kissen in seinem Rücken zurecht - etwas Wachheit flackerte in seinen Augen, die neue Aufgabe schien ihn ins Leben zurückzurufen. "Warum denn ich, Hal? Du weißt sehr genau, dass ich ein Verbrecher und Täuscher bin, dass ich dich und viele andere angelogen hatte. Und du hast keinen vertrauenswürdigeren Mann an meiner Stelle?"
Die Augen gewannen ein wenig von ihrer alten Schärfe zurück - ein aufregendes Blitzen, das sogleich wieder durch die Mattheit von Verletzung und Leid überdeckt wurde. "Oder bedrohst du mich? Bin ich dir für die Arbeit geleistet, weil du Druck auf mich ausüben kannst?"
Die Mattheit war zurück, ein kleiner Schimmer mehr denn das Leuchten, dass diese Augen haben konnten. Novem atmete tief durch, seine Hand wanderte unter der Decke zum Knie, befühlte es und zuckte blitzschnell zurück, ein leichtes Aufstöhnen. "Wie gesagt, ich helfe dir gerne. Ich werde dir vergelten, was du vergolten haben willst. Ohne auf Vergebung, Gnade oder sonst etwas zu hoffen."
Sein Knie schmerzte.
avatar
Appianus Novem

Anzahl der Beiträge : 28
Anmeldedatum : 30.05.17

Nach oben Nach unten

Re: Hexenheilerei

Beitrag von Hal Windspalter am Mi Okt 04, 2017 9:40 am

Tirdas, 10. Abenddämmerung
11:30 Uhr Morgens

Hals Blick blieb starr auf den alten Mann gerichtet. "Offenbar ist dir nicht bewusst, dass du dich immer noch in Gefahr befindest." sagte er lakonisch. "Du kannst gerne deine sieben Sachen nehmen und einfach gehen. Vielleicht kommst du aus der Stadt heraus. Vielleicht sogar aus dem Tal der Trauer. Aber du wirst keine ruhige Minute mehr verbringen." Seine Augen wurden gläsern, als er sich zurücklehnte und die Arme verschränkte. Er fühlte sich auf einmal sehr, sehr ruhig. Fast hatte er das Gefühl selbst ein Beobachter zu sein, der sich dabei zuhörte wie er Appianus die Optionen auf dem Tisch vorlegte. Doch Hal fühlte sich nicht mächtig dabei. Er fühlte garnichts. Es war wie bei einem Geschäft mit einem Händler, bei dem Preise und Angebote ausgetauscht wurden. Hal hätte mit dem alten Stinkstiefel Ungeduld verspüren können. Doch seit er die Wahrheit über Appianus erfahren hatte, sah er nur noch das in ihm was er vor sich sah. Einen alten gebrochenen Mann, der sich langsam selbst vom Leben verabschiedete. Hals Aufgabe war es ihn an die letzten Verpflichtungen zu erinnern. Und je länger sich Appianus diesen verweigerte, würde Hal erlauben das der alte Mann umso länger dem Leben verhaftet blieb. "Solange du deine Schuld nicht begleichst, wird dich Halmar jagen. Und ich werde ihn nicht zurückhalten Appianus. Zeitweise wird er dir das Gefühl geben ihm voraus zu sein, nur um am Ende aus dem Schatten wieder aufzutauchen. Uriel Michaelius hat dich gejagt. Aber verglichen mit Halmars Hatz wird seine ein Spaziergang gewesen sein................. Ich weiss das du dich bereit für den Tod gemacht hast... Appianus Novem. Was ich dir soeben beschrieben ist eine Drohung.... und ein Versprechen was passieren wird, solltest du uns betrügen oder deine Rechnung nicht begleichen. Die Drohung ist die, dass Halmar das Leben von dem du dich verabschieden willst bis in die Ewigkeit verlängern wird. Du wirst ihn anflehen dich sterben zu lassen. Aber er wird dich nicht anhören. Sondern dich unter tiefster Qual ans Leben ketten. Und nein ich werde ihm das nicht befehlen. Er hat freie Hand mit dir zu verfahren wie ihm dünkt. Aber ich kenne ihn. Und du kennst ihn auch. " Plötzlich wurde sein Blick sanfter und es kam wieder Gefühl in seine Stimme, als er plötzlich doch so etwas wie Mitleid mit dem alten Mann verspürte. Aber nicht wegen dessen Situation. Sondern das jemand wie Appianus ein so verkrüppeltes Wesen  war, sodass er keine andere Möglichkeit gefunden hatte das zu werden was Hal nun vor sich sah. " Lass nicht zu das Halmar ein zweiter und noch schlimmerer Uriel Michaelius für dich wird. Wenn du unbedingt sterben willst, dann tu es in Würde. Ich biete dir bei letzterem an mich nicht einzumischen, sofern du deine Schuld ehrlich und redlich begleichst. Du kannst es dir aussuchen. Noch bist du ein freier Mann und nicht Halmars Freiwild. Wähle also weise...."

_________________
"Wir nehmen unser Schicksal selbst in die Hand, und wir werden nicht aufgeben bis das Volk von Reach auch selbst Reach regiert."

Hal Windspalter bei  der Karthspitze
im Jahre 4Ä 201 
avatar
Hal Windspalter

Anzahl der Beiträge : 17
Anmeldedatum : 09.05.15

Nach oben Nach unten

Re: Hexenheilerei

Beitrag von Appianus Novem am So Okt 15, 2017 7:57 pm

Tirdas, 10. Abenddämmerung
11:30 Uhr Morgens

Novems Blick war kurz ungläubig, eine der wachsten Regungen, die man von ihm in den letzten Minuten wahrnehmen konnten. Als Hals Rede zum Ende gekommen war, sah man kurz eine steile Zornesfalte an seiner Stirn aufblitzen, ein wenig der Grimmigkeit, die der Priester früher versprüht hatte, schien zurückzukehren - doch nur kurz, wenige Bruchteile einer Sekunde. Die Falte verschwand so schnell, wie sie gekommen war - wenn auch mehr als genug anders geartete Falten verblieben. Dann wurde der Blick Novem sanfter, etwas unglücklich, seine Augenbrauen zogen sich zusammen und drückten Besorgnis aus. Erst nach einer Pause begann er wieder zu sprechen.
"Ich muss dich sehr tief verletzt haben, Hal Windspalter. Halmar muss dich sehr enttäuscht haben, deine Widder, wir alle. So kannte ich dich nicht." Er lehnte sich etwas vor - die Augen, die einen sehr sanften, beruhigenden Schein gewonnen hatten, fixierten Hal. "Keine Sekunde habe ich angedeutet, dass ich deinem Wunsch nicht Folge leisten würde. Jederzeit habe ich gesagt, dass ich meine Strafe tragen werde. Trotzdem drohst du mir solche Grausamkeiten an. Du würdest es doch nicht genießen, wenn ich gequält würde, du hättest auch nichts davon. Halmar auch nicht. Er ist ebenso tief verletzt wie wir beide, und ich denke, an ihm ist mehr als ein blutiger Hund, der nach Freiwild sucht. Es geht ihm nicht gut, denke ich."
Entgegen aller Erwartungen zogen sich seine Mundwinkel etwas nach oben. Die Kerze am Nachtschrank flackerte warm, in goldenem Licht. "Folter fürchte ich nicht mehr, auch keinen Tod, den du als würdelos bezeichnest. So etwas gibt es nicht. Wenn wir sterben, dass glaube ich mittlerweile, sind die Neun da - egal, ob alleine im Bett oder in der Folterkammer. Oder im Dreck und Blut auf dem Schlachtfeld, wo auch viele deiner Freunde gestorben sind. Ich habe auch nie gesagt, dass ich sterben will."
Er schüttelte den Kopf. "Es tut mir leid, dass ich dich getrieben habe, so etwas zu sagen. Ich kann dir nicht glauben, dass du das ganz ernst gemeint hast, Hal Windspalter - ich kenne dich ja nun auch eine Weile. Und natürlich wähle ich so, wie du es nennst, weise, und werde für dich diesen Wächterposten übernehmen, wenn du willst. Du sollst nur wissen, dass ich gerecht handeln will als Wächter. Natürlich werde ich nicht versuchen, auf alle Kosten den Widdern Vorteile zu bringen. Aber das wünschst du auch hoffentlich nicht."
avatar
Appianus Novem

Anzahl der Beiträge : 28
Anmeldedatum : 30.05.17

Nach oben Nach unten

Hal & Appianus

Beitrag von Hal Windspalter am Mi Okt 18, 2017 10:00 am

Middas, 11. Abenddämmerung
11:35 Uhr Morgens

"Nein." sagte der Anführer der Widder schnell und schüttelte den Kopf.
"Wir werden uns alle an die Regeln des Things halten. Ich will das du deine Arbeit als Wächter gewissenhaft und aufrecht verrichtest, wie du es eben beschrieben hast. In diesem Fall kommen wir beide zusammen Novem. Deshalb freue ich mich das du zustimmst." Doch Hal hatte die ersten Worte des Priesters nicht vergessen. "Ich geniesse es nicht Novem." sagte er und blickte den Priester glasklar in die Augen. Er wollte ehrlich zum Priester sein. Ehrlich wie er nur zu wenigen Leuten gewesen war. Sein Gesicht hatte sich bei den Worten des Priesters entspannt. Es blickte bekümmert in Gedanken an die eigenen Abgründe zurück. Aus welchem seltsamen Grund auch immer war  Hal froh hier zu sein und offen zu sprechen. Er hatte immer zu sehr den Herrscher vor Anderen gemimt. Doch jetzt fühlte er sich frei, weil er er selbst sein konnte. Mit dieser Haltung wollte er ins Jarlthing gehen. Als Hal Windspalter. Nicht als Kopie von Igmund. "Ich versuche Grausamkeiten wie meine Feinde zu vermeiden. Ich habe in deinem Fall noch keine einzige angewendet. Und möchte das auch weiterhin nicht tun, weshalb ich froh bin das du zustimmst. Ja Appianus Macht ist ein süßes Gift, dass leicht Kontrolle über den erhält der sie ausübt. Ich versuche es nach Umständen im Griff zu haben. Aber keiner weiss besser als du wie schwer das ist. Einige werden übermütig und ermorden einen Großkönig. Andere werden Anführer einer Rebellion wie ich. Ich hätte jederzeit ein ähnliches Blutbad in Markarth anrichten können: Hätte mir die Krone auf ähnlichen Weg wie Thongvor greifen können. Aber ich habe es nicht getan. Weil dieses Land einen Neuanfang braucht. Weg von der Gewalt und hin zu Frieden. Ich bin immer noch ein Mann des Volkes in dieser Hinsicht. Ich will ihm so wenig Leid wie möglich zufügen. Deswegen soll auch das Volk mir dir Krone aufsetzen. Nicht ich mir selber. Und ja du hast Recht die Neun sind Überall. Sie und das Volk werden eine Entscheidung herbeiführen. Und ich werde das Mandat annehmen. Ob es nun bedeutet Reach als Jarl zu dienen oder mein Heimatland für immer zu verlassen..."

_________________
"Wir nehmen unser Schicksal selbst in die Hand, und wir werden nicht aufgeben bis das Volk von Reach auch selbst Reach regiert."

Hal Windspalter bei  der Karthspitze
im Jahre 4Ä 201 
avatar
Hal Windspalter

Anzahl der Beiträge : 17
Anmeldedatum : 09.05.15

Nach oben Nach unten

Re: Hexenheilerei

Beitrag von Appianus Novem am Fr Okt 20, 2017 11:32 pm

Middas, 11. Abenddämmerung
11:35 Uhr Morgens

"Das glaube ich dir." Die Antwort Novems kam abrupt, er schien ehrlich zu sein - seine Mundwinkel jedoch sackten wieder nach unten. "Ich glaube sogar, dass du mit dem hehren Ziel hier stehst, deine Macht nur zum Besten der anderen einzusetzen. Ich glaube dir, dass du dich dem Mandat, welches du selbst herbeigeführt hast, beugen wirst."
Seine Hand wanderte an seiner Tunika nach oben und strich erst über seinen beinahe kahlen Schädel, hielt kurz an der verbundenen, immer noch blutigen Masse und wich dann wieder zurück. "Nun habe ich in meinem Leben vieles geglaubt - dass ich fliehen könnte vor den Konsequenzen dessen, was ich getan habe, einfach Gnade erhalten könnte, dass die Welt eine bessere wird, wenn ich Gebete in einem Krieg herausschreie, dass Blut und Tod nichts als Leid und Vernichtung bringen - dass die Neun existieren."
Ein wenig, nur etwas, kehrte sein Lächeln zurück. "Nun, die Neun existieren wohl, denke ich doch. Beim Rest kann man nicht sicher sein. Und man kann von einem Mann nicht verlangen, ein Mann kann von sich selbst nicht verlangen, immer nur gut, immer nur großzügig, immer nur bescheiden zu sein - das wäre töricht, funktionieren würde es auch nicht. Ich traue dir viel zu, Hal. Aber erwarte nicht zu viel von dir selbst - sonst wirst du übel stürzen."
avatar
Appianus Novem

Anzahl der Beiträge : 28
Anmeldedatum : 30.05.17

Nach oben Nach unten

Re: Hexenheilerei

Beitrag von Hal Windspalter am Sa Okt 21, 2017 11:22 am

Middas, 11. Abenddämmerung
11:40 Uhr Morgens

"Das weiss ich." sagte der Anführer der Widder recht knapp. Ihm war immer bewusst gewesen, dass er das Ideal selber nicht vollständig erfüllen konnte das er selbst anstrebte. Deshalb brauchte er Menschen um sich rum. die seine tiefsten Abgründe kannten und ihm vor Augen halten konnten. Taten sie das nämlich nicht, übernahm die Macht die vollständige Kontrolle. Lenkte einen und machte blind für die wirklichen Probleme. "Ich hasse Igmund nicht. Weisst du?" sagte Hal leise. "Ich habe Mitleid mit ihm. Er ist wie wir alle nur ein Opfer eines Umstandes der lange vor ihm schon begann uns zu verderben. Er spielt wie ich nur eine Rolle die ihm die Verhältnisse gegeben haben. Und ich habe Angst. Angst das eines Tages mir dasselbe widerfahren würde. Das ich nur noch Berater um mich herum habe, die mich bestätigen und mich blind für meine eigenen Fehler machen." Für eine Weile schwieg er bis er weitersprach. Oft hatte er über diese Angst des Scheiterns nachgedacht. Oft hatte sie ihn Nächte wachgehalten. Dennoch hatte er gelernt mit ihr zu leben und sich dessen immer bewusst zu sein. Es dauerte eine Weile bis er weitersprach."Warum glaubst du habe ich Halmar zu meiner ´linken´ Hand gemacht?" Er blickte zurück zu dem alten Priester. "Weil ich jemanden wollte, der die schlimmsten Triebe der Menschen kennt, indem er bewusst nach ihnen handelt und sich nicht Heuchelei hergibt wie manch ´ehrenvoller Mann´der hinter seiner Maske aus Güte ein schrecklicher Mensch ist. Warum habe ich meine Macht durch Zusammenarbeit mit Menschen die mir eigentlich feindlich gesinnt waren limitiert? Zum Beispiel mit Bjefur Stierläufer. Weil ich mich auch mit kritischen Stimmen umgeben wollte, die mir eine andere Sicht als die meine zeigten. Das alles tat ich um nicht blind zu werden vor Macht, Novem. Halmar zeigte mir meine Abgründe. Bjefur zeigte mir das ich wenn ich langfristig im Interesse vieler Menschen wie möglich herrschen will mit anderen diese Macht teilen muss. Auch du hast mich daran erinnert, dass ich zu allererst Mensch bin und dann Herrscher. Nur wenn ich mich mit Menschen umgebe die mich daran erinnern, kann ich die Kontrolle über meine Macht halten bevor sie mich kontrolliert." Er lehnte sich zurück und atmete tief ein. Er wusste nicht wann er sich vor jemand anderen als Hroki so entspannt gefühlt hatte. Appianus war für ihn die beste Vorbereitung auf das Jarlthing die er sich nur wünschen konnte. Ob er nun verlor zwar zweitrangig. Er wollte er selbst sein. Sowohl bei Sieg und Niederlage. Und selbst wenn er verlor, würde er aus diesem Gespräch etwas lernen. Nämlich das Einsicht und Verleugnung Hand in Hand gehen. "Ich glaube das die Göttlichen uns selbst die Instrumente gegeben haben um unser Leben nach ihrem Ebenbild bestmöglich zu gestalten. Wir werden niemals ihr Ideal erreichen. Und doch ist es ein immer währender Ansporn, ein verzweifelter Versuch das beste zu geben und ihnen gerecht zu werden. Das macht uns Sterbliche aus. Wir werden stets dem Ideal der Göttlichen nacheifern und doch daran scheitern. Aber jene die es versuchen und trotz der Aussichtslosigkeit nicht aufgegeben haben, soll ein Platz in Shors Halle gewiss sein." Er unterbrach sich und lächelte Appianus noch strahlender an. "Ich erwarte nicht zu viel von mir selbst, Priester. Ich versuche einfach nur mein Bestes zu geben um meiner Verantwortung gerecht zu werden. Nicht als Anführer der Widder, nicht als Jarl, sondern als Hal Windspalter der diese Funktionen ausfüllt. Und mit dieser Einstellung werde ich in das Jarlthing gehen."

_________________
"Wir nehmen unser Schicksal selbst in die Hand, und wir werden nicht aufgeben bis das Volk von Reach auch selbst Reach regiert."

Hal Windspalter bei  der Karthspitze
im Jahre 4Ä 201 
avatar
Hal Windspalter

Anzahl der Beiträge : 17
Anmeldedatum : 09.05.15

Nach oben Nach unten

Re: Hexenheilerei

Beitrag von Appianus Novem am So Okt 22, 2017 6:11 pm

Middas, 11. Abenddämmerung
11:40 Uhr Morgens

Novem hatte eine goldene Zunge, immer gehabt. Es hatte ihm damals genutzt, als er noch ein Dieb und Verbrecher an Kindern gewesen war, dann als Mönch, dann als Priester. Auch jetzt sah er den Wechsel in Hals Verhalten. Die Feindseligkeit, die den Raum erfüllt hatte, als Novem erwacht war - die einzelne Träne, die sich aus ihm hervor gepresst hatte - schien lange vergangen. Mit seiner goldenen Zunge hatte er einmal Proteste ausgelöst, Menschen provoziert und Morde veranlasst, durch Manipulation und Boshaftigkeit. War all das fort? Er fühlte sich gut, als Hal Windspalter sich beruhigte, so offen wurde, wie er es zuletzt gewesen war, bevor sie gestritten hatten. Und er war nicht unehrlich gewesen - und wollte es niemals wieder sein.
"Dann wünsche ich dir viel Glück", sprach Novem, etwas schwergängig. "Ich werde meine Aufgabe tun, muss nur wissen, wie viel Zeit mir noch bleibt - zur Erholung." Damit wäre alles gesagt gewesen - aber etwas musste er doch noch hervorbringen.
"Die Umstände aber können nicht alles rechtfertigen", sagte er leise. "Rechtfertigen die Umstände, was ich getan habe? War es eine Krankheit, ein Wurm in meinem Kopf, etwas Fremdes, was mich gezwungen hat? War es nicht meine Entscheidung, was ich tue? Hasst du mich, wäre es überhaupt falsch, mich zu hassen?"
Er hustete. Das Gespräch hatte ihn erschöpft, und seine müden Glieder schrien nach noch ein wenig, ein bisschen kostbarem Schlaf. Er wischte sich über die Stirn.
avatar
Appianus Novem

Anzahl der Beiträge : 28
Anmeldedatum : 30.05.17

Nach oben Nach unten

Re: Hexenheilerei

Beitrag von Hal Windspalter am So Okt 29, 2017 11:53 am

Turdas, 12. Abenddämmerung
11:45 Uhr Morgens

Hal blickte mit leerem Blick durch den Raum. Er glaubte das nun alles gesagt war. Der Alte sollte seine Kräfte schonen um für das Jarlthing bereitzusein. Hal würde ebenfalls nochmal in sich gehen. Nun kam es auf ihn an. Das erste Mal in dieser Zeit hing der Erfolg nicht von den Widdern, vom Glück oder Hals Verbündeten ab, sondern allein nur von ihm. "Nein die Umstände können nichts rechtfertigen. Wir können die Vergangenheit nicht mehr ändern, Appianus. Wir können nur noch die Zukunft besser machen. Und genau das gedenke ich auch beim Jarlthing zu tun." Ein letztes Mal blickte er auf den alten Mann herab. "Ich hasse dich nicht. Und ja es ist falsch zu hassen. Der Hass macht uns blind für die Realität. Auch mein Hass gegen Ulfric Sturmmantel ist falsch. Ich versuche ihn zu zügeln. Aber es mag mir nicht recht gelingen."
Er beugte sich vor. "Hasse nicht Appianus. Bedaure lieber diejenigen die zum hassen verdammt sind. Magst du nur ein Mensch sein und ein Mensch bleiben. Doch bist du damit den Göttlichen weitaus näher als jene die sich fromm nennen und dennoch hassen. Sag selbst... Ist nicht ein Daedraanbeter der Gutes tut besser als ein vermeintlicher Gläubiger der jedes der Gebote wissentlich bricht?" Er wollte die Antwort von Appianus nicht mehr hören. Er sollte sich die Frage selbst beantworten. So kam es das er kurz danach aufstand. "Das Jarlthing wird morgen in der Frühe des Fredas 13. Abenddämmerung um 8:00 Uhr stattfinden. Du hast also diesen ganzen Tag und eine ganze Nacht um dich auszuruhen. Bothela wird deine Wunden weiter versorgen. Versuch wieder zu Kräften zu kommen. Ich sehe dich dann morgen. Mach´s gut Appianus." sagte er bevor er den Raum verliess.

tbc:  Innenstadt und Marktplatz von Markarth

_________________
"Wir nehmen unser Schicksal selbst in die Hand, und wir werden nicht aufgeben bis das Volk von Reach auch selbst Reach regiert."

Hal Windspalter bei  der Karthspitze
im Jahre 4Ä 201 
avatar
Hal Windspalter

Anzahl der Beiträge : 17
Anmeldedatum : 09.05.15

Nach oben Nach unten

Re: Hexenheilerei

Beitrag von Appianus Novem am So Nov 05, 2017 9:49 pm

Turdas, 12. Abenddämmerung
11:45 Uhr Morgens

Novem sagte kein Wort mehr. Auch Gedanken über den Hass lagen ihm fern, ebenso über Gut und Böse. Das Gespräch hatte ihn erschöpft. Nach einer langen Zeit, gefühlt nach Jahren und Jahrzehnten, hatte er sehr offen gesprochen. Das Wiedertreffen mit seiner, nun, seiner Tochter, schien Monate zurückzuliegen. Hatte er eine Tochter? Er konnte das nicht ganz beantworten.
Er hatte keine Ahnung, wer Bothela war. Genau genommen wusste er nicht einmal genau, wo er war. In Festung Unterstein wohl kaum, im Lager der Widder ebenso wenig - steinerne Wände umgaben ihn und schenkten Geborgenheit und Enge. Kräuter lagen herum, Phiolen, in denen unmöglich unterscheidbare Substanzen hin und her schwappten. Eine Kräuterhütte, natürlich. In Markarth war er nicht lange gewesen, er kannte sich schlecht aus, hatte wenig Kontakte hier gehabt außer Hal.
Auch diese Gedanken waren anstrengend. Die Wachheit, die das Gespräch in Novem noch einmal wachgerufen hatte, war weggefegt. Nichts war davon übrig. Während er die Umgebung betrachtete, fielen seine Lider zu, beschwert von Tagen und Jahren des Wegrennens. Schließlich tat er, was eben unausweichlich war - er hatte lang gebraucht, das zu erkennen. Er gab auf, entspannte sich und fiel zurück in ein süßes Netz aus Spinnweben, die sich in seinem Kopf spannen und mit flüsternden Stimmen Erholung verhießen.

tbc: Innenstadt und Marktplatz von Markarth
avatar
Appianus Novem

Anzahl der Beiträge : 28
Anmeldedatum : 30.05.17

Nach oben Nach unten

Re: Hexenheilerei

Beitrag von Gesponserte Inhalte


Gesponserte Inhalte


Nach oben Nach unten

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben


 
Befugnisse in diesem Forum
Sie können in diesem Forum nicht antworten