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Schankraum

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Schankraum

Beitrag von Sheogorath am Fr Dez 16, 2016 7:09 am

Behauptet manch Besserwisser Drachenfeste oder der Platz beim Güldengrünbaum seien das Herz von Weißlauf, so wird ihm jeder Bewohner aus dem Tiefenlandbezirk augenblicklich widersprechen. Denn für die Bewohner des unteren Teils der Stadt ist dies die Beflaggte Mähre und der Marktplatz bei dem sie steht. Wohl in wenigen Gasthäusern von Himmelsrand werden sich Reisende gleich so willkommen fühlen wie hier. Nicht zuletzt dank des Herdfeuers das in der Mitte des Raumes auf einer quadratförmigen Feuerstelle lustig brennt. In kalten Zeiten rücken die Menschen hier enger aneinander, sodass sogar Fremde miteinander leichter ins Gespräch kommen. Das wird noch durch die herzliche Art der Wirtin Hulda verstärkt, die die Seele des Gasthauses ist. Sie wird euch jeden Met den es Himmelsrand gibt krendenzen. Weiterhin wartet sie mit viel Wissen über Aufträge und Gerüchte innerhalb des Jarltums auf. Arbeit gibt es genug! Nach einem ergiebigen Mahl von Huldas berühmter Kartoffel-Kohl-Suppe samt ihrer zahlreichen fabelhaften Fleischgerichte wie ihr Kotelett vom Ross in Meerrettichsoße  empfängt einen ein weiches flauschiges Bett, dass nach einem Tag langer und anstrengender Abenteuer besonders einladend ist.

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Re: Schankraum

Beitrag von Benethor Brumbart am Fr Dez 29, 2017 12:32 am

Fredas, der 13. Abenddämmerung 4Ä 201
13:10 Uhr

Benethor come from: Marktplatz im Tieflandbezirk

Benethor öffnete ohne Bedenken die schwere Holztür. Sie musste aus festen Holz gemacht worden sein. Zuvor hatte er schon ausgelassene Stimmung vernommen gehabt. Ein kräftiger Duft wehte ihm entgegen. Vieles mischte sich zusammen. Holz, welches knisternd vor sich hinbrannte. Braten, Met und Bier welcher würzig in die Nase stieg. Und den Schweiß nicht zu vergessen. Hier war eine erstaunliche Wärme, wie man sie selten in solch großen Gebäuden vorfand. Besonders in Gegenden wie Himmelsrand. Doch auch seine Ohren blieben nicht aus. Im Wirtshaus stimmte ein blonder Nord ein Lied an. "Ragnar, der Rote", wenn Benethor sich nicht täuschte. Am Feuer saß ein blondbärtiger Nord, welcher lallend ins Lied miteinstimmte. Der Bretone ging an diesem Schauspiel Augenbrauen hochziehend vorbei und setzte sich an dem Tresen. Gleich darauf kam eine Nord auf ihn zu.
"Grüßt Euch, Bretone. Was kann ich für euch tun?"
Benethor sah sie kurz verdutzt an, ehe erwiderte.
"Seid gegrüßt, werte Wirtsdame. Was hat mich als Bretone verraten? Meine roten Haare? Oder etwa die spitzen Ohren", fragte der ehemalige Ritter ganz unverblümt.
Die Nord behielt eine vergnügte Laune. Sie sah Benethor beinahe schon belehrend an.
"Es ist keins von Beiden. Ihr seid lediglich mit einem Streitkolben bewaffnet. Nord tragen für gewöhnlich einen Schild oder einen Zweihänder bei sich. Und Kaiserliche sowieso. Zudem seid Ihr hier in Himmelsrand dafür bekannt. Aber immer noch besser als diese Altmer, welche sich NUR auf ihre Magie verlassen."
Benethor sah sie anerkennend an.
"Ihr habt ein scharfes Auge und einen noch schärferen Verstand, meine Liebe", lobte er die Wirtsfrau auf kokette Weise.
Die Dame errötete und sah kurz verlegen auf den Tresen, ehe sie sich wieder Ding und entschlossen Benethor ansah.
Diese Entschlossenheit in ihren Augen. Er kannte ihn zu genüge. Auch Brienne hatte diese Entschlossenheit in den Augen, wenn sie im Leben Hürden überwinden musste. Sei es eine aussichtslose Schlacht, der Verlust von Freunden und Kampfgefährten oder die alltäglichen Probleme mit ihrer Umwelt. Scheinbar war dies eine Eigenart, welche alle Nord innehatten.
"Ihr Schmeichler! Dafür sollte man Euch vor den Jarl schleifen! Sucht Euch lieber jemanden mit weniger Wintern auf dem Buckel!
Saadia, bring dem Mann einen Krug voll Met und einen Teller vom Braten. Das geht aufs Haus",
rief sie lachend ihrer Hilfskraft zu, welche eine Rothwardonin war. Benethor staunte nicht schlecht, als er sie sah. Solch eine Schönheit der Wüste hätte er niemals in der kältesten Provinz von Tamriel erwartet. Besonders ihr schulterfreies Kleid mit der angebundenen Schürze betonte ihre schlanke Figur. Benethor musste blinzeln, als er sie sah und beobachtete sie neugierig. Als sie sich dem Braten zuwandte, um einige Brocken herunterzuschneiden, sah sie kurz zum Bretonen, welcher ihr ein freundliches und warmes Lächeln zuwarf. Saadia konnte man es schlecht ansehen, doch sie wurde rot und wandte den Blick wieder verlegen ab und wandte sich wieder ihrer Aufgabe zu. Es vergingen wenige Momente, ehe sie ihm alles brachte. Der Bretone bedankte sich freundlich, doch die Rothwardonin würdigte ihn keines Blickes mehr. Solch Verhalten hatte er bisher nur von Damen zu Hofe vernommen. Also entweder waren sie von adeligen Blute, welche ebenso auf der Flucht war oder aus ihr würde eine einsame und grantige Gewitterhexe werden. So oder so, die Zukunft sah nicht rosig für sie aus.
Erst jetzt bemerkte der Flüchtige, dass er Met zu trinken bekommen hatte. Ein Getränk, welches er zuletzt in den nordöstlichen Teilen von Hochfels getrunken hatte. Dort herrschten auch überwiegend Nachfahren von Nords, welche sich durch die Grenzverschiebungen Hochfels anschließen mussten. Dennoch behielten sie ihre Bräuche und Regierungsformen bei, weswegen ihre Königreiche Jarltümer genannt wurden.
Der Met schmeckte intensiver und ging runter wie Wasser. Die Süße umspielte seine Zunge und  erfüllte seinen Mundraum mit Wohlbefinden. Der Alkohol lief warm seine Kehle hinab und wärmte seinen, ohnehin schon schwitzenden, Körper von innen. Gleich darauf stürzte er sich auf den Braten und aß vergnüglich.
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Re: Schankraum

Beitrag von Benethor Brumbart am Di Jan 23, 2018 1:21 pm

Fredas, der 13. Abenddämmerung 4Ä 201
13:30

Der Bretone hatte sich Zeit gelassen beim Essen. Selbst wenn die Thamlor es hierher schaffen würden, würde er sich diesen köstlichen Braten nicht hineinschlingen. Er wollte ihn genießen und der Met tat seinen Nerven gut, wenn auch er immer wieder sich verstohlen umsah. Dies blieb auch dem behelmten Nord nicht verborgen, der den ehemaligen Ritter einlud, sich zu ihm zu setzen.
Die Wärme war hier deutlicher zu spüren. Die Flammen waren nun weniger als einen Schritt von ihm entfernt und seine Beinschienen aus Stahl wärmten sich auf und dehnten sich auch ein wenig, wodurch es angenehmer wurde, sie zu tragen.
"Auch wenn ihr Nord wie fleischgewordene Eiszapfen wirkt, ein gutes Feuer wisst ihr dennoch zu schätzen", scherzte Benethor und hoffte so, dass Eis ein wenig brechen zu können.
Der Nord behielt seinen Helm an, doch reagierte er sehr freundlich.
"Ihr wisst euch gut auszudrücken, Bretone. Beinahe so gut, wie unser Gemischtwarenhändler. Dieser ist ebenso Bretone. Vielleicht solltet ihr ihm einen Besuch abstatten", schlug der Nord vor und nahm einen kräftigen Schluck aus seinem Krug und atmete erleichtert aus.
"Ahhhhh, von diesem Schwarzdorn-Met kann ich nie genug haben! Maven weiß, was einen Nord am Leben erhält."
Maven Schwardorn. Selbst wenn sie es nicht wusste, war ihr Ruf auch schon bis nach Hochfels vorgedrungen. Besonders, seitdem sie sich mit dem Kaiserreich angefreundet hatte.
Doch waren die Gerüchte sehr rar und schwer zu deuten. Vieles endete in Widersprüchen oder wurde von den Schwarzdorns dementiert und mit einer gewissen Menge Gold in die Vergessenheit bezahlt. Diese Frau wusste gut um ihre Stellung und wollte sie definitiv nicht verlieren.
"Es heißt sogar, sie solle am gestrigen Tage das Amt der Jarl angetreten haben. Aber glaubt mir, mit rechten Dingen geht in Rifton nie etwas zu. Eine Schande für unser ehrenhaftes Volk", beschwerte sich der Nord lautstark und wurde von einigen zustimmend gelobt. Selbst die hochgewachsene Nord in voller Plattenrüstung, applaudierte und hob den Humpen an. Sie erinnerte ihn ein wenig an Brienne, auch wenn diese Frau weitaus muskulöser und stämmiger in ihrer Rüstung wirkte.
Bevor der Bretone sich der eindrucksvollen Frau widmete, wollte er Sinmir eine letzte Frage stellen.
"Ich hörte bei meiner Ankunft in Himmelsrand nicht nur vom Bürgerkrieg. Auch andere Nachrichten verbreiteten die Kunde. Nachrichten von riesigen Wesen. Aus alter Zeit. Göttlichen Ursprungs...", weiter kam der Bretone nicht, ehe der Nord warnend die Hand hob. Der Nord machte eine längere Pause. Er brauchte eine Weile, ehe wieder sprechen konnte und die richtigen Worte gefunden hatte.
"Lasst euch eins gesagt sein. In jeder Legende liegt ein Körnchen Wahrheit."
Der Nord machte keine Anstalten mehr weiter zu sprechen und trank seinen halben Humpen in einem Zug aus.
Anschließend verabschiedete er sich von Benethor und ging an den Tresen, um nachschenken zu lassen. Benethor dagegen hatte in neues Ziel.
Er stand auf und ging zur Nord, die gedankenverloren an ihrem Met nippte. Scheinbar hatte sie keinen großen Durst, weswegen die Frage nach einem Trinkgelage wohl überflüssig wurde.
"Sagt mir, werte Dame: Was liegt euch auf dem Herzen?"
Die Nord bemerkte erst jetzt, dass Benethor sich zu ihr gesetzt hatte und mit ihr sprach. Schnell senkte sich ihr Blick zu einer Mischung aus Enttäuschung und Missgunst.
Benethor ging noch einen Schritt weiter und legte seine Hand behutsam auf die Ihre. Ihm war durchaus bewusst, dass die Liebe in diesen kalten Gefilden etwas "unterkühlt" war. Sexuelle Annäherungen kamen bei den Nords sehr selten vor und geheiratet wurde, der Interesse zeigte. Keine Werbung, keine Annäherung. Nur das gegenseitige Einverständnis, den Rest ihres Lebens das Bett zu teilen. Eine trostlose Zukunft, wenn man Uthgerd so ansah.
Die Nord reagierte erst erschrocken, wollte schon die Hand zurückziehen, doch fand ihr Blick den von Benethor. Dieser sah sie ruhig an, strahlte Gelassenheit aus, was auf sie überschlug. Entnervt atmete sie aus und begann zu sprechen.
"Es hilft ja doch nichts. Inzwischen muss ganz Himmelsrand bereits davon erfahren haben, also warum nicht auch ihr? Kennt ihr die Gefährten? Zur Zeit suchen sie wieder nach Rekruten. Sie sind vergleichbar mit den Kriegergilden, die ihr kennt, wenn auch es sie viel länger gibt. Ihre Geschichte reicht weit zurück. Bis zu Isgramor selbst, heißt es. Ich wollte ein Teil davon sein. Himmelsrand mit meiner Stärke zur Seite stehen, als Gefährte von Jorrvaskr. Als der Tag kam, an dem ich mich beweisen musste, erschlug ich in einem Trainingskampf meinen weit aus unterlegenen Gegner und wurde von Gefährten abgewiesen. Seitdem sitze ich hier, lasse mir den Spott der Gäste auf mich laden und versuche den Schmerz herunterzuspülen."
Die Geschichte hatte den Bretonen ein wenig berührt. Scheinbar war für diese Frau der Einsatz im Kampf und der Beweis ihrer Stärke das Einzige, worauf sie im Leben hoffen konnte. Sie zog es nicht vor einen Herd oder gar zur Kindererziehung. Der Bretone konnte das verstehen.
"Mit mäßigen Erfolg, wie ich sehe. Wie wäre es, wenn ich euch Gesellschaft leiste? Ihr habt sicher einige Geschichten parat, mit denen ihr eure verbliebene Ehre schützen könnt?"
Das Gesicht der Nord hellte sich auf. Die düsteren Gedanken wichen Bildern der Vergangenheit, die von ihr sehr  detailgetreu beschrieben wurden. Sie saßen eine Weile so da und tranken einen Met nach dem anderen und tauschten eine Geschichte nach der anderen.
So verging die Zeit und die Nord wurde immer redseliger und freundete sich bald mit dem Bretonen an.
"...und anschließend stand Brienne in einer Grube voll Kuhdung! Ihr Blick und ihre Erscheinung! Einfach gold wert, sag ich euch", hatte der Bretone gerade die Pointe seiner Geschichte erzählt und ein schallendes Lachen ging von ihrem Tisch aus, das die ganze Gastwirtschaft unterhielt.
Benethor hatte einige Geschichten von seiner damaligen Freundin und Ausbilderin erzählt und so kamen sie langsam zu einem Gespräch über sie.
"Eure Brienne ist ein gutes Beispiel für die weiblichen Nord. Da fällt mir ein Nordsprichwort ein. Wollt ihr es hören?"
Der Bretone hatte nichts dagegen und ließ Uthgerd vortragen.
"Man kennt eine Frau erst dann richtig, wenn man mit ihr gezecht und sich mit ihr geprügelt hat."
Die Augenbrauen des Bretonen hingen am höchsten Punkt. Von so etwas hatte er noch nie gehört. Scheinbar waren die Nord doch etwas einfacher gehalten, als zu Anfang angenommen. Doch hinter ihrer Schlichheit verbargen sie immer einen kleinen Mythos, den sie aber selbst immer von sich schoben. Die Nord waren und blieben ein eigenwilliges Völkchen. Damit musste er sich zufrieden geben. Doch dann stellte Benethor die genau richtige Frage.
"Nun, gezecht haben wir. Wollt ihr mich nun völlig kennenlernen?"
Die Nord sah ihn siegesgewiss in die Augen und stand auf. Sie nahm die Hände hoch und bedeutete Benethor, es ihm gleich zu tun. Keine Sekunde standen Beide mit einem Lächeln auf dem Gesicht voreinander und hielten die Fäuste vor dem Gesicht.
"Seht nur! Ein Kampf", machte Sinmir die Gäste in der Beflaggten Mähre aufmerksam. Schon waren alle Augen auf sie beide gerichtet.
Die Nord ließ nicht allzu viel Zeit verstreichen. Ein Hieb direkt auf seine Nase. Diesen konnte er blocken, wenn auch die Kraft der Nord nicht zu unterschätzen war. Der Block hatte ihn einige Schritte zurückgehen lassen. Doch wollte er seine geringe Größe zum Einsatz bringen. Die Nord überragte ihn einer Haupteslänge und nutzte ihre längeren Arme, um ihn auf Abstand zu halten und schnell eine Lücke zu finden. Benethor bewegte sich, trotz der schweren Rüstung, gradliniger und wich den Schlägen von mal zu mal leichter aus. Die Nord, auf deren Stirn man schon den Schweiß ausmachen konnte, atmete schwerer und zeigte deutlich, dass jeder Schlag eine Menge Kraft aufwies. Sollte Benethor im falschen Moment und an der richtigen Stelle getroffen sein, war der Kampf verloren. Benethor wich noch einem langen Schlag aus, drehte seinen Körper zur Seite und schlug mit ein Aufwärtshaken gegen das Kinn der Nord. Diese, völlig überrascht und unvorbereitet, hob es von den Füßen und landete schwer auf dem Boden.
Ihr Kinn war leicht gerötet. Eine Verletzung, welche binnen weniger Tage verschwunden sein würde. Doch erinnern würde sie sich trotzdem daran.
Die Nord merkte erst jetzt, dass sie sich auf dem Boden befand und sah den Bretonen mit einer Mischung aus Anerkennung und Koketterie an. Er hielt ihr die Hand hin und bedankte sich für den guten Kampf. Die Unbeugsame ergriff die Hand und ließ auf die Beine helfen. Die Gäste zeigten Respekt und sogar Uthgerd wurde für ihren Einsatz gelobt.
"Mit ein wenig Ausbildung, könntet ihr zu einer strahlenden Lady in Hochfels werden. Grämt euch nicht. Auch in anderen Provinzen sucht man nach tatkrätigen Frauen, welche den Kampf für diejenigen führen wollen, die es selbst nicht können."
Die Nord lächelte. Sie wirkte nicht mehr wie die mürrische Kriegerin, die eben noch an ihrem Met genippt hatte. Ja, sie hatte gegen ihn im Zweikampf verloren. Doch hatte sie etwas wesentlich Wertvolleres gewonnen. Freundschaft.
Nach diesem Ereignis verließ der Benethor die Beflaggte Mähre und machte sich auf zu diesem Bretonen, von dem Sinmir gesprochen hatte. Noch war dem ehemaligen Ritter nicht bewusst, welch unerwartete Begegnung ihn erwartete.

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